Buchweizen - die gesunde Vitamin- und Mineralstoffbombe

Die Renaissance des glutenfreien Lebensmittels aus der Heide

    Wenn der "Indian Summer" die Lüneburger Heide bunt färbt, ist es für die Bauern an der Zeit den Buchweizen einzufahren. Seit Jahrhunderten wird die Pflanze auf den sandigen Heideböden angebaut und diente bis ins 18. Jahrhundert der ärmlichen Landbevölkerung als Grundnahrungsmittel. 


    Heute erlebt die gesunde Vitamin- und Mineralstoffbombe einen Boom und ist aus der modernen Vollwertküche nicht mehr wegzudenken. Kreative herzhafte Variationen gibt es in den zahlreichen Restaurants der Region.


    Buchweizenernte 

    Auf den Buchweizenfeldern von Heide-Landwirt Peter Hagel gibt es derzeit viel zu tun. Die Ernte der traditionellen Heidepflanze steht an, eine anspruchsvolle Aufgabe die Erfahrung benötigt, denn im Gegensatz zu Getreide wie Weizen oder Gerste sitzen Buchweizen-Samen locker am Stängel und können beim Dreschen leicht herausfallen. 


    Doch in der Lüneburger Heide kennt man sich seit Jahrhunderten mit dem Anbau von Buchweizen aus. Noch bis ins 18. Jahrhundert war er die wichtigste Nahrungsquelle für die ländliche Bevölkerung und fand im sandigen Heideboden ideale Wachstumsbedingungen. „Morgens und abends gab es Buchweizengrütze, mittags einen Pfannkuchen aus Buchweizen“, sagt Bio-Bauer Hagel. Ein klassisches Arme-Leute-Essen, dass später aus den deutschen Küchen weitgehend verbannt wurde. 


    Erst seitdem Verbraucher wieder verstärkt auf gesunde regionale Produkte setzen, erfährt das Power-Korn mit seinem hohem Eiweißanteil, Vitaminen und Mineralstoffen einen regelrechten Boom. Seit Jahren steigt die Nachfrage in den Cafés und Gasthöfen der Lüneburger Heide, die mit kreativen Rezepten ihre Gäste verwöhnen. 


    Was genau ist Buchweizen? 

    Einst Arme-Leute-Essen - heute gesunde Delikatesse


    Der armen Landbevölkerung der Lüneburger Heide diente der Buchweizen-Anbau damals als wichtige Nahrungsquelle. Heutzutage ist Buchweizen eine echte Delikatesse!


    In der Lüneburger Heide wird Buchweizen auch heute noch angebaut und die Frucht für leckere Buchweizengerichte verwendet. Buchweizen ist keine Getreideart, sondern gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Die Pflanzen haben gestielte herzförmige Blätter und weiß-rosarote Blüten. Ein Buchweizenfeld erstrahlt daher während der Blüte wie ein weißer oder rötlicher Teppich und duftet herrlich. Der Name Buchweizen rührt vermutlich daher, dass seine dreikantigen Früchte den Bucheckern ähneln.


    Anders als die handelsüblichen Buchweizenprodukte, die überwiegend aus der Mongolei, Ukraine oder Polen stammen, wird der getrocknete und gereinigte Lüneburger Heide-Buchweizen in traditionsreichen Mühlen, wie in der Bardowicker Mühle oder der Oldenburger Mühle, zu hochwertigem Buchweizenmehl verarbeitet. 


    Buchweizen – die gesunde Leckerei 

    Arzneipflanze des Jahres 1999


    Buchweizen gilt als wertvolles Nahrungsmittel mit viel Eiweiß und Stärke. Vor 20 Jahren wurde das Pseudo-Getreide, das botanisch zur Familie der Knöterichgewächse zählt, als „Arzneipflanze des Jahres“ ausgezeichnet. Buchweizen enthält einen hohen Anteil des Flavonoids Ruten, das sich positiv auf Gefäßerkrankungen auswirkt und die Durchblutung steigern kann. Zudem sind die Samen glutenfrei und werden von Menschen, die an einer Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) leiden, gerne als Weizenersatz für eine glutenfreie Ernährung genutzt. Buchweizen Kohlenhydrate: 71g pro 100 g.


    Kulinarische Köstlichkeiten aus Buchweizen


    Sowohl für traditionelle Rezepturen als auch in der modernen Küche kommt er zum Einsatz. Eine besondere Spezialität ist die Lüneburger Heide Buchweizentorte. Sehr schmackhaft sind auch die guten handdicken Pfannkuchen, z.B. mit Speck angebraten oder in der süßen Variante. Auch Buchweizenwaffeln, z.B. mit Früchten und Vanilleeis, sind eine besondere Köstlichkeit. Buchweizennudeln sind sehr gefragt und sogar roh kann er als Buchweizen-Müsli gegessen werden.


    Buchweizentorte - Schmackhaftes Naturprodukt


    Das stellt auch Silvia Karolin Heinecker, Konditorin und Eigentümerin des Heidecafés in Schneverdingen fest. Sie backt ihre Torten und Kuchen mit einer Buchweizen-Weizen-Mischung, der Renner ist ihr Buchweizenbutterkuchen mit Preiselbeeren und Sahne oder Blaubeeren und Eierlikör. „Unseren Buchweizen beziehen wir von Peter Hagel. Er ist nicht geschält und mit ganzer Frucht vermahlen. So bleiben die wertvollen Inhaltstoffe erhalten“, sagt Heinecker. Gebacken wird nach traditionellen Familienrezepten, die behutsam dem heutigen Geschmack angepasst sind. „Der Teig schmeckt leicht nussig, etwas herb und ist vor allem nicht zu süß“. Damit liegt sie voll im Trend und hat eigens eine Backmischung kreiert, die sie zum Verkauf anbietet. 


    Rezepte für Buchweizengerichte


    In der Lüneburger Heide können zahlreiche Köche guten Buchweizen zubereiten. Daher gibt es hier auch ein großes Angebot. Auf unserem Youtube Kanal können Sie in der Serie "Heide kocht" einzige Rezepte und Kochanleitungen per Video sehen.


    HEIDE kocht | Buchweizen Blini mit Duett von der Forelle, Gemüse und Kräuter-Schmand


    HEIDE kocht | Buchweizen Nocken an Kohl und Zander


    HEIDE kocht | Buchweizen Pfannkuchen mit Blaubeeren und Zitronensorbet


    HEIDE kocht | Die berühmte Buchweizentorte