Celle: Fachwerk, Backsteingotik und Bauhaus – Tradition trifft Moderne (Radtour 67km)

    Entdecken Sie mit dem Rad die vielfaltige Landschaft und die verschiedenen Baustilepochen zwischen Celle und Burgdorf auf einer gut ausgeschilderten Fahrradroute und befestigten Radwegen.

    Fachwerk - prächtig verzierte Holzbalken

    Auf der Fahrradtour begegnen Ihnen unzählige Fachwerkhäuser: ihr charakteristisches Merkmal sind die Holzbalken. Diese tragen die Gebäude nicht nur, sie sind oft schmuckvoll ausgearbeitet und lassen Rückschlüsse auf ihre Bauzeit zu.

    In der Altstadt von Celle in der Südheide entführen uns über 456 denkmalgeschützte Fachwerkhäuser mit ihrer Farb- und Formenvielfalt, ihrer Ornamentik und ihren Sinnsprüchen in Iängst vergangene Zeiten. Nur die ältesten Häuser mit zum Hof führender Durchfahrt weisen noch auf das Ackerbürgertum hin. Ab 1600 wird nach vorn und nach oben angebaut: Erker und treppenartig vorspringende Stockwerke sind typisch.


    Kennzeichnend für die Dörfer der Region ist das niederdeutsche Hallenhaus - zu sehen
    etwa in Bockelskamp. Das große Bauernhaus bot Platz für Wohnraum, Stall und Lager. Auch Wirtschaftsgebäude - wie das Backhaus in Otze - oder repräsentative Gebäude - wie Schloss Burgdorf - sind eindrückliche Beispiele der Fachwerkarchitektur.

    Backsteingotik - Spitzbögen aus Backstein

    Auf der Radtour erwartet Sie eine weitere für Norddeutschland prägende Bauweise, die Backsteingotik. Der gotische Baustil mit Spitzbögen und Rippengewölben erblühte von etwa 1150 bis 1450. Aufgrund geringer Vorkommen an Bruchsteinen setzte sich der Backstein als regional bevorzugter Werkstein durch. Eine Rückbesinnung auf diese Bauweise begann etwa 1830 mit der Neugotik.

    Die Fahrradroute führt Sie zum Kloster Wienhausen, einem Juwel norddeutscher Backsteingotik aus dem 13. Jahrhundert. Das Neue Rathaus Celle, ursprünglich als Kaserne errichtet, verkörpert dagegen ein prächtiges Beispiel der Neugotik aus dem
    19. Jahrhundert.

    Bauhaus-Architektur - klare Formen mit Stahlskelett

    Auch zur Bauhaus-Architektur kann Celle wegweisende Bauwerke vorzeigen, die Sie beim Radfahren sehen werden. Zu verdanken ist dies dem Architekten Otto Haesler, der hier von 1906 bis 1933 wirkte. Er war einer der ersten deutschen Architekten, der die herkömmliche Ziegelbauweise durch ein Stahlskelett ersetzte. Durch seine klare Formsprache, die Nutzung von Grundfarben und die Einbeziehung in Celle hergestellter Stahlrohrmöbel zählt er neben Walter Gropius und Hannes Meyer zu den Pionieren und Wegbereitern des Neuen Bauens. Seine Wohnsiedlungen für Familien mit kleinem Einkommen, aber auch die ,,Glasschule” und das ,,Direktorenwohnhaus” hatten Vorbildfunktion für die moderne Architektur.

    Otto Haesler Tour: auf den Spuren der Moderne

    Entdecken Sie wegweisende Gebäude des Celler Architekten bei einem Abstecher mit Ihrem Rad zur Otto Haesler Tour.

    Die Stationen: Direktorenvilla, Italienischer Garten, St. Georg Garten, Otto Haesler Museum, Blumlager Feld, Rektorenwohnhaus, Altstadter Schule.

    Weitere Informationen und den Flyer zur Rundtour finden Sie unter www.neuesbauen-celle.de und im Magazin ,,100 Jahre Bauhaus", erhaltlich in der Tourist—Information Celle.


    Fachwerk, Backsteingotik und Bauhaus – Tradition trifft Moderne


    Begeben Sie sich mit dem Rad auf eine spannende Architektur -  Zeitreise vom Mittelalter bis zur Moderne. Lassen Sie sich während der Radtour verzaubern vom Charme traditioneller Fachwerkhäuser in Celle und Burgdorf. In Wienhausen erwartet Sie ein Juwel norddeutscher Backsteingotik: das Kloster Wienhausen. Lernen Sie auf der Fahrradroute außerdem die modernen Bauwerke Otto Haeslers in Celle kennen. Die 67 km lange Fahrradtour führt durch die südliche Lüneburger Heide mit traditionsreichen Orten. Fahren Sie auf Radwegen entlang der Aller und über Wiesen und Felder.

    Planen Sie  Ihre Radtour individuell: Durch die Möglichkeiten der Abkürzung über Nienhagen und Wathlingen - mit Blick auf historische Fachwerkhöfe und den Kaliberg - oder durch einen zusatzlichen Abstecher zu den Spreewaldseen bei Uetze.

    Charakteristik

    Länge der Radtour: 67 km

    Wegebeschaffenheit: befestigte Radwanderwege sowie asphaltierte Wirtschafts- und Radwege

    Ausschilderung: der ganze Weg ist mit einem Piktogramm gekennzeichnet

    Ausgangspunkt: Altstadt Celle, Tourist-Information

    Radempfehlung: Tourenrad

    weitere Informationen:

    Tourist-Information Wienhausen

    Mühlenstr. 5, 29342 Wienhausen
    Tel. 05149 8899

    www.regioncelle.de oder
    www.region-celle-navigator.de


    Streckenverlauf:


    Die Radtour beginnt in der Altstadt von Celle an der Tourist - Information . Es empfängt Sie ein Jahrhunderte altes Fachwerk-Ensemble mit über 450 denkmalgeschützten Häusern. Von hier aus radeln Sie ins frühe 20. Jahrhundert: Mit der Direktorenvilla lernen Sie eines der Gebäude kennen, die der Architekt Otto Haesler hier im Bauhaus-Stil errichtete.

    Weitere Beispiele zeigt die Otto Haesler Tour (Länge: 4,5 km).

    Der ursprünglichen Radtour weiter folgend, treffen Sie auf die Altstädter Schule, die ebenfalls von Haesler konzipiert wurde. Die so genannte ,,Glasschule” zog in den 1920er Jahren Besucher aus aller Welt an und zählt zu den zehn wichtigsten Bauwerken des Bauhausstils.

    Der Fahrradweg folgt kurz dem Flusslauf der Fuhse, bevor es hinaus ins Grüne geht. In Großmoor kann man mit etwas Glück Störche auf dem Dach der Martinskirche beobachten. Hinter Ehlershausen gibt es die Möglichkeit, über Wathlingen mit der St. Marienkirche und ihrem Fachwerkturm, die Radtour bis Eicklingen abzukürzen.

    Ansonsten führt die Fahrradroute weiter nach Otze, das zum Besuch einladt: Im Kapellenweg versteckt sich eine Backstein - Kapelle mit hölzernem Glockenturm. Mit ihrer reich verzierten Holzdecke und dem Flügelaltar zählt sie zu den ältesten Sakralbauten der Gegend.

    Das Backhaus in der Straße ,,Am Speicher" stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird heute als stimmungsvoller Ort für Eheschließungen genutzt.

    Wir radeln vorbei an der Sorgenser Bockwindmühle, die 1686 errichtet wurde. In Burgdorf erwartet uns das Schloss, ein Fachwerkbau aus dem Jahr 1643. Eine Vielzahl von Häusern in der Innenstadt, das Rathaus und das Stadtmuseum sind ebenfalls im Fachwerkstil erhalten.

    Über die Straße "Am Brandende" führt der Radweg an der Bockwindmühle von Hänigsen vorbei. Ein Abstecher zu den Uetzer Spreewaldseen sorgt für Erfrischung (Bademöglichkeit am Irenensee).

    In Bröckel erwarten uns charmante Fachwerkhäuser entlang der Fahrradroute. In Eicklingen befindet sich der repräsentative Amtshof, der früher dem Amtsvogt als Verwaltungssitz diente.

    Endlich erreichen wir mit dem Fahrrad das Kloster Wienhausen, ein Juwel norddeutscher Backsteingotik. Im Jahr 1225 gegründet, ist es heute ein evangelisches Frauen-Kloster. Lassen Sie sich bei einer Führung (April bis Oktober) von üppigen Wandmalereien und mittelalterlichen Kunstwerken beeindrucken.

    Eine kleine Runde zu Fuß durch den malerischen historischen Ortskern am Mühlenkanal entlang (Rundweg W1, Länge: 1,1 km) ist unbedingt zu empfehlen.

    Von Wienhausen geht es nach Bockelskamp, das zahlreiche traditionelle Fachwerkhöfe im Stil des niederdeutschen Hallenhauses präsentiert.

    Auf dem Aller-Radweg genießen Sie die Auenlandschaft. Infotafeln erläutern die
    Artenvielfalt des NABU—,,Natur-Erleben”-Projektes.

    Vor der Pfennigbrücke in Celle sollten Gartenfreunde den Heilpflanzengarten mit angeschlossenem Café besuchen. Hinter der Pfennigbrücke lohnt ein Abstecher zum Neuen Rathaus, einem imposanten Zeugnis neugotischer Backstein-Baukultur. In der Celler Altstadt laden Cafés und Restaurants in traditionellen Fachwerkhäusern sowie das prächtige Residenzschloss zum Besuch ein.