Unterkunft suchen

Detailsuche

HEIDE fragt: [Interview] Zwei PS-Hafermotor mit Sand unter`m Getriebe

Kutscher Matthias Heins kennt das Gebiet der Lüneburger Heide wie seine Westentasche

    Einer, der das Gebiet wie seine Westentasche kennt, ist Matthias Heins, Qualitätskutscher und Inhaber des Kutscherbetriebes und Ferienhof Heins. Auf 300 km Kilometern Reitwegen kutschiert er seine Gäste, wenn sie es wünschen zu jeder Jahreszeit, durch das Naturschutzgebiet.


    Heins führt den Familienbetrieb, zu dem 20 Kutschpferde gehören, bereits in der vierten Generation. "Ob es danach weiter geht, steht allerdings in den Sternen", berichtet Kutscher Heins. Der Junior hat nämlich eine Pferdehaarallergie. Die Arbeit mit den Tieren bereitet ihm aber viel Freude und so absolviert er nun eine Ausbildung zum Kutscher. "Und dann schauen wir mal", sagt Heins.


    Heidekutscher kauft bei eBay Pferde


    Über die Verkaufsplattform eBay ersteigert Kutscher Heins übrigens nicht nur Zaumzeug und Kutschenzubehör. Seine beiden schwarz-weiß-gecheckten Pferdedamen, Bella und Blanka, hat er ebenfalls über das Internetportal erworben. Als er sie das erste Mal vor die Kutsche spannte, merkte er schnell, warum sie so günstig waren. Bella und Blanka bewegten sich keinen Zentimeter voran. Als es dann losging, blieben sie nach kurzer Zeit mitten im Naturschutzgebiet stehen. Nach einem halben Jahr intensiver Arbeit mit den beiden Zugtieren läuft es mittlerweile so gut, dass er behauptet, er ließe die beiden alleine fahren, sobald sie das Kassieren und Wechselgeld Geben gelernt hätten.


    Und welche Eigenschaften muss ein Kutschpferd haben?


    Grundsätzlich kann jedes Pferd zum Kutschpferd ausgebildet werden. Die Pferde werden an diese Tätigkeit langsam herangeführt, zum Beispiel indem zu Anfang ein erfahrenes mit einem jungen Pferd zusammen angespannt werden. Der Kutscher muss auf die verschiedenen Pferderassen eingehen können. Warmblütler bedürfen eines erfahrenen Kutschers und viel Aufmerksamkeit, während Kaltblüter quasi von allein ihre Runden drehen.


    Und im Winter?


    Im Winter, wenn mindestens 10 Zentimeter Schnee liegen, hole ich gerne den Schlitten hervor und dann geht es mit den Pferden auf Schlittentour durch das Naturschutzgebiet. Ein großartiges Erlebnis. Aber lange hält man es nicht aus, denn durch den Fahrtwind wird es schnell ganz schön kalt.


    Wann fahren Sie am liebsten Kutsche?


    Am allerliebsten fahre ich nachts mit der Kutsche. Dann habe ich das Naturschutzgebiet ganz für mich allein und genieße die schöne Landschaft im Mondschein. Und auf dem Rückweg sammel ich gerne noch ein paar Leute aus dem Wirtshaus ein, die das Auto lieber stehen lassen wollen.


    Wo fahren Sie Kutsche?


    Es gibt 300 km Reitwege im Naturschutzgebiet, die befahren werden. Bei starker Trockenheit oder starkem Regenfall sind sie teils nicht befahrbar.

     

    Wie sieht ein normaler Arbeitstag eines Kutschpferdes bzw. eines Kutschers aus?


    Die Pferde sind alle zwei Tage mit der Kutsche unterwegs, dann heißt es 6:00 Uhr 

    Fütterung, 6:30 Uhr Aufspannen, 9:30 - 16:00 Uhr und dann geht es zurück nach Hause.



    Wie können unsere Gäste eine Kutschfahrt in der Lüneburger Heide machen?


    Ein besonderes Erlebnis in der Lüneburger Heide sind die Kutschfahrten. 

    Hier finden Sie eine Liste der Qualitätskutscher in der Lüneburger Heide.