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Bison-Herde in der Lüneburger Heide

Indianergefühl an der Aller

    Wer als Autofahrer an der Raststätte Allertal zwischen Hannover und dem Walsroder Dreieck mal die Autobahn verlässt, taucht ein ins Indianerland.

    Jedenfalls könnte er den Eindruck gewinnen: Plötzlich steht eine 90-köpfige Bisonherde vor ihm. Landwirt Jürgen Oltrogge in Essel ist der glückliche Herr der zotteligen Tiere. „Hier kommen viele gucken“, sagt der Chef der einzigen Bison-Herde in der Lüneburger Heide. „Und die Tiere stört’s nicht.“


    So ein ausgewachsener Bulle mit seinem mächtigen, dreieckigen Kopf und den gebogenen Hörnern macht schon Eindruck. Bis zu tausend Kilogramm schwer wird das Bison mit seinem dichten, dunkelbraunen Fell. Klar, kann man ihm etwas Gras zupfen und hinhalten. „Man darf sie nur nicht in die Enge treiben“, warnt Oltrogge. Er baute zusammen mit zwei Partnern vor einigen Jahren die Herde auf. Damals waren es 30 Jungtiere und zwei Bullen. „Wir wollten was Neues machen und unser Grünland nutzen“, erinnert sich der Landwirt, der auch noch eine Pferdepension besitzt. Seine 70 Hektar zwischen Aller und Leine grasen nun die sonst in Nordamerika lebenden Tiere ab.


    So behäbig die bis zu 3,80 Meter langen Tiere aussehen, sie können auch mal aus dem Stand auf 50 Stundenkilometer beschleunigen. Längst hat sich in der Südheide herumgesprochen, welche Attraktion in dem 1100-Einwohner-Ort Essel zu sehen ist. Es fehlen noch ein paar Indianerzelte, schon wäre das Gefühl perfekt, sich in der Lüneburger Heide zu bewegen wie vielleicht jemand vor hundert Jahren irgendwo am Rande der Prärie in Amerika.


    Doch gibt es auch noch einen praktischen Nutzen: Das Fleisch schmeckt gut und ist gesund. Oltrogge lieferte gerade wieder ein Tier zur Schlachterei in Schwarmstedt. Da lässt sich das Bisonfleisch kaufen. Verzehren kann der Besucher es auch im nahen Restaurant Heide-Kröpke. Da wird nicht nur der „Niedersachsenteller“ mit regionalen und saisonalen Genüssen serviert, da liegt auch das gute Bisonfleisch aus der Nachbarschaft auf dem Teller. Warum ist es so gesund?


    Bisonfleisch hat sehr wenig Fett, wenig Cholesterin und schmeckt ein wenig nach Wild, ein wenig nach Rind, etwas nussig, aber auf keinen Fall herb. Das Fleisch ist zart, die Garzeit gering. „Man kann praktisch aufs Messer verzichten“, sagt ein Restaurantkritiker, der noch hinzufügt: „Alles ohne Hormone und Wachstumsförderer oder der Rinderkrankheit BSE.“ Das Fleisch enthält essentielle Aminosäuren, die sind gut für den Zellaufbau, Vitamin B fürs Nervensystem ist drin und Proteine, Eisen sowie Zink.




    INFO

    Bison: Hof Oltrogge, Schmiedeweg 2, Essel, Tel. (05071) 538, www.bisonfarm-essel.de

    Verzehr: Heide-Kröpke, warme Küche tgl. durchgehend von 8-22 Uhr, im Oktober wird Bison-Büfett angeboten, Esseler Damm 1, Essel, Tel. (05167) 9790, www.hotel-heide-kroepcke.de