Bartflechten – Anzeiger für gute Luft

Hier schreibt der Heide-Ranger & Dipl. Biologe Jan Brockmann

    In der Lüneburger Heide kann man tief durchatmen! Nicht nur, weil man hier der Hektik der Metropolen weit entrückt ist, sondern auch, weil die Luft wirklich gut ist. Während die hohe Anzahl von Luftkurorten bereits ein Hinweis darauf sein könnte, ist das Vorhandensein von Bartflechten ein Beweis. 


    Flechten gelten als „Bioindikatoren“, also Anzeiger für die Luftgüte. Aus dem Vorhandensein bestimmter Flechten-Arten kann man einen Luftgüteindex berechnen – dort wo die Bartflechten vorkommen, ist die Luft hervorragend. 


    Flechten sind Pilze

    Flechten sind interessanterweise keine Pflanzen im üblichen Sinn,  sondern Pilze, die mit Algen eine Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen eingehen – eine sogenannte Symbiose. Während die Alge Photosynthese betreibt und damit Traubenzucker, also Energie liefert, steuert der Pilz Nährstoffe und Wasser bei. Je nach Wuchsform unterscheidet man verschiedene Flechten. Haben die Organismen eine haarige oder bartartige Wuchsform, so spricht man von Bartflechten.


    Bartflechen zeigen die Luftqualität an

    Mit der zunehmenden Industrialisierung und den zunehmenden Belastungen an Schwefel- und Stickstoffverbindungen wurden die Bartflechten weit zurückgedrängt. Doch dank strengerer Auflagen in der Luftreinhaltung kann man in der wenig industrialisierten Lüneburger Heide heute wieder zunehmend Bartflechten antreffen, z.B. auf der Wanderroute „Reine Luft zu sehen“ im Naturpark Südheide. 


    Ergo: Bartflechten wachsen nur dort, wo die Luft gut ist.




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