Sonnenuntergang auf dem Wilseder Berg

Die Magie der Heide

    Einmal einen Sonnenuntergang auf dem Wilseder Berg erleben, das hatte ich mir vorgenommen. So fuhr ich mit meinem Rad von Overhaverbeck nach Wilsede, eine gute Fotoausrüstung im Gepäck. Die Fahrtzeit beträgt bei normaler Fahrt ca. 25 min, es geht teilweise über etwas buckeliges Pflaster, aber sonst ist der Weg gut ausgebaut.


    Der Wilseder Berg an sich ist kein Berg, eher ein Hügel. Mit nur 169 Höhenmetern macht er keinem Wanderer oder Radfahrer Probleme. Der Weg von Wilsede auf den Wilseder Berg ist gut ausgebaut mit Sand/Kies-Gemisch. Kein Problem für das Fahrrad.

    Besonders fand ich die Ruhe in der ganzen Gegend. Kein Mensch zu sehen, nur die Geräusche der Natur, die sich auf die Nacht vorbereitet.


    Mit seiner Höhe ist der Wilseder Berg aber trotzdem die höchste Erhebung der norddeutschen Tiefebene und bietet einen tollen Panoramablick über die Heide bis nach Hamburg.


    Oben angekommen machte ich erst einmal eine Rast auf einer Bank und bewunderte den Blick. Auf der linken Seite schaut man direkt in die blühende Heide rein, mit welligen Erhebungen und vielen Wacholdern. Das ist ein Traum !


    Auf der rechten Seite kann man die Grenze von Hamburg erkennen hinter einer Waldkette. Das Panorama hier ist ebenfalls fantastisch.


    Ein Gipfel-Stein erklärt, was man auf welcher Seite sehen kann. Gut gemacht!


    So langsam sank die Sonne gen Osten. Vom Wilseder Berg hat man eine unverbaute Sicht über die Heide auf den Horizont. Durch die Erhebung ergibt sich ein besonders schöner Blick in die untergehende Sonne.


    Ich war um 19:30 h vor Ort, der Sonnenuntergang war für 20:25 h angekündigt. Und es geht dann doch schnell. Kaum genießt man in Ruhe auf der Bank sitzend die romantische Stimmung, sinkt die Sonne auch schon hinter den Horizont. Einige Miturlauber, die das Schauspiel genau wie ich sehen wollten, stießen Rufe des Entzückens aus.


    Gegen 20:15 h war dann die schönste Zeit erreicht. Ein warmes Orange hüllte die gesamte Heidefläche vor uns ein und die Sonne stand ganz tief. Das war ein sehr besonderer Moment. Dazu diese unendliche Ruhe, das Naturschutzgebiet ist ja komplett autofrei. Ein ganz tolles Erlebnis.


    Um 20:30 h sah man am Horizont dann nur noch orange, die Sonne war verschwunden. Und dann sollte man auch schnell Richtung Heimat fahren, denn alle Wege sind unbeleuchtet und man muss den Rest des Lichtes ausnutzen. Das ist aber kein Problem, schafft man locker.


    Für mich war dieser Sonnenuntergang ein tolles Erlebnis. Gepaart mit der unendlichen Ruhe der Heidelandschaft, den wunderschönen Farben der Heideblüte und dieser tollen Aussicht, wird mir dieser Abend lange im Gedächtnis bleiben.


    Ich habe mir fest vorgenommen, im Herbst wiederzukommen, wenn der Nebel in den Heidetälern liegt. Dann muss es auch fantastisch sein.


    Euer Emil






    Tipps für alle, die das auch machen möchten:


    Anreise

    Ich bin bis Oberhaverbeck gefahren und habe dort in der Straße am Stimbeckhof geparkt. Von dort mit dem Fahrrad die Strasse einfach weiterfahren, sie führt automatisch nach Wilsede. Von Wilsede aus ist der Wilseder Berg ausgeschildert.


    Rad

    Ich empfehle ein Rad mit breiteren Reifen, am besten ein Moutainbike. Ein normales Rad geht auch, ein Rennrad auf keinen Fall. Dafür sind die Wege dann doch teilweise zu naturbelassen.


    Uhrzeit

    Schaut bei Google nach, wann der Sonnenuntergang ist. Ihr solltet auf jeden Fall mindestens 30-40 Minuten vorher auf dem Wilseder Berg sein. 


    Abreise

    Sofort nach dem Sonnenuntergang solltet Ihr Euch auf den Heimweg machen. Das Licht reicht dann noch aus. Kein Weg ist beleuchtet, aber es ist im Sommer noch ca. 40 Minuten hell genug. Das ist auch der Grund, warum Ihr das nicht zu Fuß machen könnt. Die Zeit des Lichtes reicht nicht für den Rückweg zu Fuß.




    Gastbeitrag von unserem Urlauber Emil K.