Tiere im Freilichtmuseum am Kiekeberg

Lebendiges Museum mit alten und seltenen Tierarten

Bentheimer Landschaf Gelebte Geschichte - Foto FLMK
Bunte Bentheimer Schweine - Foto FLMK
Pommersche Gänse Gelebte Geschichte - Foto FLMK
Tiere im Museum_Ramelsloher Blaubein - Foto FLMK

Aktuell ist das Freilichtmuseum geschlossen!

Rund um den Schafstahl halten die natürlichen Rasenmäher das Gras kurz, die Gänse schnattern und Bienen summen, während sich die Ferkel im frischen Matsch suhlen. Gerade kommt der Grootknecht mit den Pferden von der Feldarbeit zurück und die Grootdeern gibt ihm einen großen Schluck Milch von der gemolkenen Kuh.

Bauernleben um 1900

So oder so ähnlich könnte ein typischer Tag auf einem Bauernhof um 1900 ausgesehen haben. Im Freilichtmuseum am Kiekeberg erleben die Besucher das Landleben vergangener Zeiten in Marsch und Heide – und die alten Haustierrassen machen es lebendig!

Dabei sind früher typische Arten wie die Bunten Bentheimer Schweine, die Ramelsloher Blaubeine oder das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind heute vom Aussterben bedroht, weil sie in der modernen Landwirtschaft keinen Platz mehr finden.

Mit der Zucht leistet das Museum einen aktiven Beitrag zur Arterhaltung der gefährdeten Nutztierrassen. Zum lebendigen Inventar des Museums gehören außerdem Bienen, Pommersche Gänse, Schleswiger Kaltblüter und Bentheimer Landschafe.

Tiere veranschaulichen das Landleben früher– und jeder Museumsbesuch wird zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Das Leben auf einem Bauernhof vor 100 Jahren war jedoch nicht immer so beschaulich. Früher lebten die Tiere mit den menschlichen Hofbewohnern auf engstem Raum zusammen. Nachts und im Winter stand das Vieh links und rechts der Diele des Bauernhauses in den Abseiten. Tagsüber wurde es auf die Weide hinausgetrieben, oft hüteten Kinder die Kühe, Schafe oder Gänse, damit diese nicht wegliefen oder den Gemüsegarten anknabberten.

Schon damals waren Tiere bei der Feldarbeit und als Nahrungsquelle unersetzlich. Vom Rind und Schwein über das Schaf bis zum Huhn, die Tiere versorgten die Landbevölkerung mit Milch, Fleisch, Wolle oder Eiern. Was im Überfluss vorhanden war, wurde verkauft und diente als zusätzliche Einnahmequelle. 

Ertragreich war das Leben in der Marsch: Auf den fruchtbaren Böden ließ sich reichlich Viehfutter anbauen und auf den schiffbaren Flüssen, u.a. Ilmenau und Elbe, die Waren in die großen Städte Lüneburg und Hamburg transportieren.

Das Leben auf der Geest, zum Beispiel in der Lüneburger Heide, war beschwerlicher. Die kargen Böden, die abgeschiedene Lage und die schlechten Wege erschwerten die zusätzliche Produktion und den Absatz von Erzeugnissen. Erst um 1850 verbesserte sich die Situation, zuvor dienten die Tiere vor allem als Düngerproduzenten.