Winterauszeit auf dem Heidschnuckenweg: Gänsemarsch im Pulverschnee

    Glitzerteppich über schlafender Natur im nördlichsten Zipfel der Südheide - dem Wacholderwald



    Nach langer Zeit zeigt sich der Winter mal wieder von seiner schönsten Seite. Alles ist schneebedeckt und der Himmel verspricht einen sonnigen Tag. Obwohl wir in der Südheide viele schöne Wanderwege haben, zieht es mich heute wieder auf den Faßberg in den Wacholderwald. Mein Lieblingsweg präsentiert sich zu den unterschiedlichsten Witterungen und Jahreszeiten immer wieder mit anderen Stimmungen. Wie bunte Mäntelchen, die er sich abwechselnd überstülpt. Ich war neugierig, was mich heute erwartete.

     

    Wenn Himmelblau auf Schneeweiß trifft


    Von meinem 14-jährigen Sohn und unserer Hündin Elea begleitet, starte ich von Müden aus mit dem Auto. Die Anfahrt dauert heute etwas länger als 10 Minuten, es ist sehr glatt. Schon die Strecke durch den wundervollen Ort Schmarbeck mit den reetgedeckten Schafställen und die schmale Straße hinauf auf den Faßberg bieten einen traumhaften Anblick. Eine weißer Glitzerteppich soweit das Auge reicht und am Horizont begegnete dieser einem strahlenden Blau. Berauschend schön!

     

    Parcours durch den Wacholdertunnel


    Wir starten am Wanderparkplatz Wacholderwald. Schnell noch dem Hund das Jäckchen übergezogen und die Pfoten eingerieben, damit sich keine Schneeklumpen an den Pfoten bilden. Der Heidschnuckenweg führt zunächst zwischen Feld und Heide entlang. Der Blick schweift hin und her – mal Fernsicht, mal versteckte Calluna, die nur hier und da aus ihrem Winterkleid herausragt. Der Schnee liegt noch wadenhoch und Elea versinkt bis zur Brust. Tapfer und mit viel Freude springt sie vor uns angeleint her. Bald steht der Kulissenwechsel an. Die kleine Fellnase kennt schon den Weg und führt uns in den Wacholdertunnel. Die schneebedeckten Büsche ragen durch die Last in den Weg hinein und wir laufen im Slalom mit Spaß hindurch. Manchmal lassen sie die Sonne hindurchblitzen, dann laufen Kind und Hund „angestrahlt“ vor mir her. So fühlt sich Glück an….

     

    Heidschnuckweg gespickt mit Bildung


    Der Pfad stößt auf einen Querweg, dem wir nach links folgen. 2 Infotafeln stehen hier auf kurzer Strecke hintereinander. Wie weitere Tafeln entlang des Heidschnuckenweges bis nach Celle, informieren sie über verschiedene Themen unserer Kulturlandschaft. Wir erreichen die Schutzhütte, trinken unseren Tee, lesen die schönen Zeilen vieler Wanderer in dem Gipfelbuch, das trocken in einem Kasten hinterlegt ist, und notieren auch ein paar Gedanken. Ein Selfie-Point wurde hier eingerichtet und wir folgen der Aufforderung gern, ein Foto von uns Schneebegeisterten in den sozialen Medien der Lüneburger Heide zu hinterlassen.

     

    Gespaltener Findling und freier Blick


    Von der Schutzhütte aus folgen wir dem Heidschnuckenweg weiter im Gänsemarsch auf einem schmalen Pfad und lauschen dem Knirschen unter unseren Füßen. Es lohnt sich, diesen Teil der Strecke langsam zu gehen, sonst könnte man den gespaltenen Findling verpassen, der neben einem Wacholder versteckt liegt. Wahrscheinlich ist er vor vielen Jahrzehnten vergessen worden, statt einem Haus als Fundament zu dienen. Einige Tage zuvor war ich am späten Nachmittag hier und lief dem Sonnenuntergang entgegen. War das ein Farbspiel, während uns heute das klare Blau im Kontrast zum Weiß fasziniert. Der glitzernde Schnee überdeckt die Heide, das so wertvolle Zeugnis unseres kulturlandschaftlichen Erbes.

     

    Auf dem Hauptweg zurück zum Parkplatz


    Wir folgen dem H nach links, wandern parallel zum Kiefernwald und treffen nach ca. 200 Metern auf den Hauptweg, der rechts in Richtung Oberohe führt und links zurück zum Parkplatz. Wir entscheiden uns zurückzulaufen. Auch der breite Sandweg mit seinem geraden Verlauf zeigt weißbedeckt seine Schönheit zwischen den Heide- und Ackerflächen. Alte Eichen und Birken, durch Heidschnuckenverbiss mit teils bizarrem Wuchs, zieren die nächsten 800 Meter, bis es links am Gipfelkreuz vorbei zurück zum Parkplatz geht.


    Beglückt steigen wir ins Auto und freuen uns auf ein nächstes Mal, wenn der Wacholderwald sich wieder in einem neuen Gewand zeigt.


    Einige der Aufnahmen sind in den letzten 2 Wochen entstanden.