6 schräge Fotospots in der Lüneburger Heide

Plätze, die man besucht haben muss

    Die Lüneburger Heide besticht durch ihre wunderbare Naturlandschaft, aber es gibt auch besondere Plätze in der Region, die man einmal besucht haben muss. Wir zeigen sie Euch hier. Bitte denkt aber immer daran, die Natur zu schonen und zu erhalten.


    Der synthetische Hirsch aus Weyhausen  

    In Eschede-Weyhausen steht an einer Kreuzung das skurrile Werk des Wuppertaler Künstlers Eugen Egner, gebaut von den Tischlern Peter Weckmüller, Jurij Gontar und Mitarbeitern aus dem "Haus der Heide" und heute Teil der "Magischen Orte der Südheide".


    Die Figur des synthetischen Hirschen fußt auf einer 250 Jahre alten Eiche, die an dieser in früheren Zeiten wichtigen Wegkreuzung stand. An dieser Kreuzung hat 1654 Herzog Christian Ludwig von Lüneburg sein Jagdschloss gebaut und bis vor etwa 200 Jahren wurde hier von den adeligen Herrschaften eben solche Hirsche gejagt. 


    Der Hirsch röhrt nicht auf der Kreuzung, er scheint eher zur schreien. Wenn man genau hinsieht, streckt er uns die Zunge heraus. Mit der Antenne auf dem Kopf empfängt er die Signale seiner Artgenossen. Von den Einwohner wird er liebevoll "Synthi" genannt.


    Selfies mit Synthi sind sehr beliebt.


    Anreise: 

    Landstrasse 191 in Eschede-Weyhausen, an der Kreuzung nach Unterlüß

    GPS Koordinaten: 52.792212, 10.384378



    Das schwangere Haus in Lüneburg  

    In der Waagestraße in Lüneburg steht ein schwangeres Haus. Gerüchten zufolge soll man mit der Hand über den dicken Bauch des Hauses streicheln und der Kinderwunsch geht in Erfüllung.


    Wie kam es zu der Schwangerschaft des Hauses?


    Die bauchige Form der Hauswand entsteht durch Aufnahme von Feuchtigkeit. Als man seit dem 12. Jahrhundert Häuser aus Backstein baute, benutzen die Lüneburger den Gips und Anhydrit des Kalkberges als Kalkmörtelersatz. Dringt Luftfeuchtigkeit der Innenräume, Regen- oder Grundwasser in das Mauerwerk ein, beginnt ein chemischer Prozess im Mauerwerk. In der feuchten, kalten Außenwand reagiert der Anhydrit unter Volumenzunahme zu Gips, während in der warmen, trockenen Mauer im Gebäude keine Reaktion abläuft. So wachsen die Mauern an der Außenseite.


    Da die Quellung nicht stark genug ist, um das ganze Haus anzuheben, drückt sie die äußere Ziegelschicht nach außen und bildet einen "Bauch".


    Anreise:

    Waagestraße 1B, 21335 Lüneburg



    Das Mädchen Heide in der Lutter, im Winter mit Wollmütze  

    In Marwede sitzt das Mädchen Heide im Wasser der Lutter. Zur Heideblüte bekommt sie einen liebevoll geflochtenen Heidekranz auf ihr Haupt gesetzt, im Winter eine wärmende Wollmütze. Die Dorfbewohner kümmern sich um ihre Heide. Die Marweder bringen so zum Ausdruck, welche Bedeutung der Platz, an dem Heide im Wasser sitzt, für den Ort hat. An dieser Stelle stand seit dem Jahr 1438 eine Mühle. Bis in die 1960er Jahre hinein wurde mittels Wasserkraft Korn und Öl gemahlen und Holz gesägt. Das im Wasser sitzende Mädchen Heide ist eine Kunstinstallation der Braunschweiger Künstlerin Petra Förster. Das Thema Heide als Landschaft, Vorname und Pflanze setzte sie so auf interessante Weise um.


    Die Lutter ist ein Naturschutzgebiet, bitte betretet den Bach nicht. Ihr könnt ein tolles Foto mit Heide im Hintergrund von der Brücke aus machen.


    Anreise:

    Eschede-Marwede



    Das einzige Gipfelkreuz der Heide auf 94 m NN  

    Auf dem Faßberg im Wacholderwald Schmarbeck steht mitten in einer der schönsten Heideflächen ein Gipfelkreuz auf der sagenhaften Höhe von 94 m NN.


    Im Jahr 2006 näherten sich die Feierlichkeiten für das 50jährige Bestehen der Bundeswehr in Faßberg. Faßberg´s Geschichte geht auf die Gründung des hiesigen Fliegerhorstes zurück.  Zu diesem Anlass war ein großer Zapfenstreich geplant. Einige ranghohe Vertreter der Heeresflieger flogen für dieses Ereignis standesgemäß mit Hubschraubern ein. 


    Aus der Luft im Anflug stellte sich einigen Gästen die verständliche Frage, wo denn eigentlich der Faßberg sei, der der Gemeinde schließlich ihren Namen gab. Ein Berg war schließlich trotz bester Sicht und der neuesten Technik an Bord weit und breit nicht auszumachen. Während der Feierlichkeiten kamen dann Oberst Stamm, damaliger Kommandant der Luftwaffe und Oberst Seeburg, damaliger Kommandant der Heeresflieger mit dem Bürgermeister Faßbergs, Hans-Werner Schlitte ins lockere Gespräch über den vermeintlichen Faßberg. 


    Schlitte bescheinigte dem Faßberg, dass er doch ganz schön hoch sei und es durchaus steil hinauf ginge. Schnell entstand in einer launigen Atmosphäre die Idee, dass dem Berg selbstverständlich ein Gipfelkreuz „aufgesetzt“ werden müsse. Einige Monate später wurde dann das heutige Gipfelkreuz durch die Gemeinde Faßberg errichtet und im Rahmen eines Freiluftgottesdienstes eingeweiht. Es ziert seitdem den 94 Meter hohen Gipfel, der eigentlich ein Stück weiter im Wald liegt, so dass der Gipfel für das Gipfelkreuz ein wenig verschoben werden musste. Es ist übrigens das einzige Gipfelkreuz in der Lüneburger Heide und heute ein beliebter Fotospot in der Lüneburger Heide.


    Anreise:

    Parkplatz "Wacholderwald" in 23928 Fassberg - Schmarbeck

    GPS: N52.908752  E10.224061



    Das blaue Auge vom Schillohsberg  

    Der Schillohsberg ist eine wunderschöne Heidefläche im Naturpark Südheide. Markantester Punkt und eine beliebter Fotospot ist das "Blaue Auge vom Schillohsberg". Das markante Auge gibt im wörtlichen Sinne spannende Einblicke in die urgeschichtliche Entwicklung der Lüneburger Heide. Die Konstruktion ist zugleich ein markantes Element der Landschaftskunst und somit ein echter Hingucker. Das Auge für die Landschaft sozusagen.


    Besucher schauen durch das überdimensional große blaue Auge und können mittels einer Drehscheibe und 5 verschiedener Displays in einem Sichtfenster den Ausblick auf die Heidefläche am Schillohsberg zu verschiedenen Entwicklungsstadien der Landschaft in unterschiedlichen geologischen Zeitabschnitten der Erdgeschichte betrachten. Das letzte Display gibt freien Blick auf die heutige Landschaft. Die Aussicht von einem der höchsten Punkte am Schillohsberg über die Heidefläche ist wunderschön.


    Man sagt übrigens, dass der, der schon einmal durch das blaue Auge vom Schillohsberg geblickt hat, immer wieder in die Heide zurück kommt. Sehr beliebt sind auch Selfies mit dem blauen Auge bei den Instragramern.


    Anreise:

    Den Parkplatz am Schillohsberg erreicht man über die K17 von Hermannsburg aus in Richtung Unterlüß. Ca. 1,5 km hinter Lutterloh liegt der Parkplatz an der linken Straßenseite. Der Parkplatz ist ausgeschildert.

    GPS: N 52° 49.72150‘, E 010° 13.76865‘



    Die blutenden Brautsteine bei Schmölau  

    Ein heiratsfähiges Mädchen aus Schmölau sollte nach Willen ihrer Eltern nach Nievelitz verheiratet werden, da es wohl langsam Zeit für sie wurde. Damals kam es häufiger vor, dass der Vater den Mann für seine Tochter aussuchte. Man sah dabei mehr auf die Größe des Hofes und meinte die Liebe würde schon von selbst kommen. Die menschlichen Qualitäten des Bräutigams stellte man nicht in den Vordergrund. Unser junges Mädchen hatte sich eigentlich schon einen anderen Mann ausgeguckt, der sie jedoch verschmähte. 


    So kam der ungeliebte Bräutigam am festgesetzten Tag mit seiner Kutsche vorgefahren, um seine Braut abzuholen. Nachdem die Koffer mit der Aussteuer aufgeladen waren, das Geschäftliche erledigt und noch gegessen und getrunken wurde, war es Zeit aufzubrechen. In diesem Moment zog ein Gewitter auf, aber man sagte sich, es wird schon gut gehen... Sie waren gerade erst vorn Hof, da begann der künftige Ehemann damit, seiner Braut Anweisungen zu erteilen: „Bei uns müssen die jungen Frauen vor dem Frühstück gemolken haben und abends wird noch jedes Licht zum Spinnen und Weben genützt, meine Mutter kocht das Mittagessen immer pünktlich zu um zwölf…“ So und ähnlich ging es noch eine ganze Weile weiter. 


    Das empfand unsere Braut als Zumutung, und sie geriet darüber so in Rage; dass sie aufstand, und mit aller Kraft und durchdringend schrie: „Lieber will ich als Stein tot vom Wagen fallen, als mein Leben lang eure Magd zu sein!“ In diesem Moment stand ihnen das Gewitter direkt über dem Kopf. Ein greller Blitz zuckte und zugleich dröhnte ein gewaltiger Donnerschlag. Die Braut stürzte leblos vom Wagen und der Bräutigam, als er sah was er mit seiner Rederei angerichtet hatte, sprang hinterher. Der Kutscher konnte die von dem Unwetter in hellen Aufruhr versetzten durchgehenden Pferde nicht halten.


    So kam das Gespann in wildem Galopp ohne Brautpaar in Nievelitz an. Nach intensiver Nachsuche, woran wegen des gefährlichen und berüchtigten Moores auch die Leute aus Schwemlitz und Borg beteiligt waren, fand man lediglich diese Steine. So müssen wir die Geschichte des Kutschers von dem versteinerten Brautpaar glauben, der als einziger Zeuge bei diesem Ereignis zugegen war.


    Dass diese Steine etwas Lebendes an sich haben, beweist die Geschichte eines Pferdeknechts, der in der Nähe pflügte. Als er sich zum Vesper setzte, mit Speck und Brot stärkte und mit seinem Taschenmesser unversehens die Steine berührte, ist noch Blut herunter getropft. Selbst wenn man sie heute an der richtigen Stelle kratzt, erscheint dort noch Blut.


    Übrigens soll der stehende Stein der Bräutigam sein und der liegende die Braut. Nur, damit Ihr Eure Fotos richtig macht.


    Anreise:

    29571 Rosche

    Koordinaten: 53.04014797494729, 10.839192929926634