Was sagt eine Olympiasiegerin & Weltmeisterin zum Joggen in der Heide

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Was sagt eine Olympiasiegerin & Weltmeisterin zum Joggen in der Heide

Ein Erlebnisbericht über die Green Sport Parcours

    Grüner Sport in Lila Heide

    Verschlungene Pfade durch idyllische Täler, federnder Sandboden und ein kilometerlanges Wegenetzwerk – die Lüneburger Heide ist für Ausdauersportler längst kein Geheimtipp mehr. Seit einigen Jahren ist der Naturpark nun auch Green Sport Region. Um herauszufinden, was das bedeutet, habe ich mich auf Erkundungstour mitten in die Heide begeben.


    Ein Dienstag im Juni. Der Himmel ist klar und die morgendlichen Sonnenstrahlen brechen durch das Blätterdach im Hof der St. Stephanus Kirche in Egestorf. Zwei Spaziergänger schlendern über den gepflasterten Weg und bleiben plötzlich stehen um eine Szene zu beobachten. Auf der steinernen Treppe vor dem Gebäude springen zwei Gestalten in voller Sportbekleidung von einem Bein auf das andere – ein seltsamer Kontrast zur Beschaulichkeit des Heideortes.

    Bei den Hüpfenden handelt es sich um mich und meinen Laufpartner und die Treppe bei der Kirche ist die erste Station des (ehemaligen) Green Sport Parcours in Egestorf.


    Green Sport – das bedeutet Bewegung, Fitness und Natur miteinander zu verbinden. Die Stationen der Parcours – von denen es 13 in der Region gibt – liegen verteilt auf ausgeschilderten Routen und sind Bänke, Brücken, Baumstämme oder eben Treppen. Hinweisschilder, versehen mit QR-Codes, erläutern den Sportlern Übungen für Kraft, Ausdauer und Balance. Im Fall des Parcours in Egestorf mussten die Hinweisschilder allerdings wieder abmontiert werden, wie mich der Tourismusverband später aufklären wird. Die Stationen selbst gibt es aber noch, weshalb sich ein Ausflug dorthin immer noch lohnt! Aber wie bewährt sich Green Sport nun in der läuferischen Praxis?


    Um das zu testen, folgen wir einer der zahlreichen Wander- und Nordic-Walking-Routen aus dem Ortskern hinaus durch die Birkenwälder in die Heideflächen. Der schnelle Wechsel der Landschaft um uns herum zeigt, wie vielfältig sich der Naturpark für Läufer präsentiert: Die breiten Hauptwege sind gut für Einsteiger geeignet, während auf verschlungenen, anspruchsvollen Pfaden auch trainierte Läufer auf ihre Kosten kommen. Und unterschätzen sollte man die vermeintlich flache Heide auch nicht, denn sie hat überraschend viele Steigungen zu bieten.


    Nach einer solchen Steigung halten wir an einer weiteren Station. Der beeindruckende Ausblick von der sogenannten Birkenbank über die (noch nicht blühende) Heide lenkt zwar ein wenig von den Liegestützen und Dips ab, die wir hier machen, das Armtraining ist aber eine angenehme Ergänzung zum Laufen. Hier oben, umgeben nur von Natur, fällt auch ein weiterer positiver Aspekt des Green Sport Projektes auf: Es wurde bewusst darauf verzichtet, Fremdkörper als Trainingsobjekte in die Natur zu bringen. Stattdessen wird kreativ das Gegebene genutzt – ein sehr nachhaltiger Ansatz! Die Region beweist damit, dass Vital-Angebote auch ohne aufwändige Anlagen und teure Installationen umgesetzt werden können. Wer als Läufer Ausgleich und Naturerlebnis sucht, kann davon nur profitieren.


    Eine Gruppe Wanderer entdeckt uns etwas später beim, zugegeben recht unkonventionellen Training an einem Baumstumpf und spricht uns an. Nach einer kurzen Erklärung zeigen sie sich vom Konzept begeistert. „Gerade für Touristen ist das doch sicherlich interessant“, vermuten sie. Und tatsächlich: Ein Ziel des Green Sport Projektes, das übrigens in Kooperation mit der BARMER GEK entstanden ist, besteht auch in der Integration von Bewegung in den Urlaub.


    Eingeweiht wurden die Green Sport Wege übrigens von Olympiasiegerin und Weltmeisterin Heike Drechsler, die selbst in der Heide übernachtet hat. Beim morgendlichen Joggen stellte sie begeistert fest, dass die sandigen Böden der Heide sehr gut federn und gelenkschonend sind.


    Nach lockeren acht Kilometern endet unsere Runde wieder am Parkplatz vor der Kirche. Etwa fünf Mal haben wir angehalten um kurze Kräftigungsübungen zu absolvieren. Natürlich unterbrechen die Stops den Lauf, weshalb die Parcours nicht unbedingt für lange Ausdauereinheiten geeignet sind. Aber gerade Einsteiger, Freizeitläufer und Sportler, die zusätzlichen Muskelaufbau in ihr Training integrieren wollen, bietet das Green Sport Konzept ein abwechslungsreiches Programm.


    Es gibt in der Lüneburger Heide 13 Green Sport Parcours verteilt über alle Landkreise der Heide. Es bietet sich also die Möglichkeit die gesamte Vielfalt des Naturparks Lüneburger Heide sportlich auf den schönsten Strecken zu erfahren.


    Jana Wagner

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