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Kopfstand, Glück und Nacktyoga: Interview mit einer Yoga-Lehrerin

Die Berge engen sie ein, aber die Weite der Heide ist beruhigend und inspirierend

    Katja Riedel hat vor 8 Jahren ihr eigenes Yoga- und Ernährungsstudio in Walsrode eröffnet. Sie bietet verschiedene Yoga-Arten und auch ayurvedische Kochkurse dort an.
    In unserem Interview verrät Sie uns, warum sie lieber Yoga in der Heide, als in den Bergen macht und was sie vom neuen Trend Nacktyoga hält.

    Wie bist du zum Yoga gekommen?

    Ich arbeitete damals im größten Einkaufszentrum Norddeutschlands als Eventmanagerin und PR-Beauftragte. Dafür suchte ich eine unterstützende PR Agentur. Als ich dann einer Hamburger Agentur bei der Arbeit über die Schulter sah, lernte ich eine derer Kundinnen kennen. Sie war Yoga Lehrerin und lud mich gleich zu einer Yoga Stunde ein. Nach meiner ersten Yoga Stunde wußte ich, das dies genau mein Ding ist und das "Yoga Fieber" hatte mich gepackt.


    Gab es einen bestimmten Auslöser, Vollzeit Yogalehrerin zu werden? Wo hast du deine Ausbildung gemacht?

    Nach 12-14 Stunden Tagen in meinem alten Event-Management Job spürte ich oft das Bedürfnis nach einem Ausgleich, den ich mit Yoga gefunden hatte.

    In dieser Zeit wuchs der Wunsch immer mehr, mich hauptberuflich mit dem Thema Yoga und Ernährung auseinander zu setzen.

    Nachdem einer der renomiertesten Lehrer der Yoga-Szene in Hamburg eine Ausbildung zum Yoga-Lehrer anbot, wußte ich, das ich unbedingt bei ihm lernen wollte.

    Die Ausbildung beim australischen Yoga Lehrer, Lance Schuler, hat dann mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt und mich motiviert, mein eigenes Yoga und Ernährungs Studio zu eröffnen.

    Nach einigen weiteren Ausbildungen im Bereich Yoga und Ernährung habe ich dann meinen alten Job gekündigt und mein heutiges Yoga- und Ernährungs-Studio eröffnet.


    Seit 8 Jahren hast du nun deine eigene Yogaschule in Walsrode. Fehlt dir dein alter Job manchmal? Würdest du etwas anderes machen, wenn du die Zeit zurück drehen könntest?

    Ich denke gern an meinen alten Job zurück.

    Mir fehlen auch oft meine alten Kollegen. Es war eine sehr schöne Zeit und ich habe sehr viel gelernt, was ich jetzt in der Organisation meines Studios gut nutzen kann.

    Den Schritt zur Selbständigkeit habe ich allerdings nie bereut.


    Was ist das besondere an Yoga in der Natur der Lüneburger Heide?

    Ich liebe es, Yoga draußen in der Natur auszuüben.

    Die Natur wirkt absolut beruhigend und zugleich inspirierend auf mich.

    Ich mag die Lüneburger Heide ganz besonders wegen der wundervollen Weite und der farbenfrohen Heidelandschaft.

    Ich bin überhaupt kein Fan von Bergen, da fühle ich mich total eingeengt.

    Deshalb ist die flache norddeutsche Landschaft für mich wunderschön.


    Was ist Glück für Dich?

    Glücklich ist derjenige, der ohne Angst seiner Intuition folgt und es schafft, einen glücklichen Geist zu behalten. So hat sogar der weltbeste Radsportler, Lance Armstrong, den Krebs besiegt und die Tour de France gewonnen.

    Yoga hilft dabei, den Geist positiv zu beeinflussen. Dieser Zustand bedeutet für mich Glück.


    Macht Yoga dich glücklich? Warum?

    Yoga macht glücklich, weil es emotionale Schwankungen ausgleicht, den Geist auf das wesentliche fokussiert und die körperliche Wahrnehmung steigert.

    Nach einer Yoga Stunde fühle ich mich rund herum glücklich und ausgeglichen. Mein Geist ist ruhig und ich kann der Welt mit Geduld und Herzlichkeit begegnen.

    Was ich außerdem als Glück empfinde ist die körperliche Fitness, die ich durch das intensive Power Yoga erreicht habe. Ich finde nichts schlimmer als gefangen in einem geschwächten Körper zu sein.

    Eine starke Muskulatur, Beweglichkeit und Ausdauer sind für mich genauso wichtig wie ein glücklicher Geist. Beides steht für mich im Zusammenhang.

    Deshalb sind meine Yoga Stunden unter anderem auch körperlich herausfordernd, was typisch für den Power Yoga Stil ist.

    Manchmal muss man über seine eigenen Grenzen hinaus gehen, um den Körper und Geist zu verändern.


    Was ist deine Lieblings Yoga-Übung und warum?

    Meine Lieblings Yoga Übung ist der Kopfstand. Ich könnte ewig darin verweilen und die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten, was bei manchen Problemen erheblich zur Lösungsfindung beiträgt.


    Du ernährst dich vegan und gibst auch ayurvedische Kochkurse. Was ist das besondere an dieser Ernährungsform und warum ist es für dich persönlich von Bedeutung?

    Ich bin seit über 10 Jahren Vegetarierin und koche zuhause hauptsächlich vegan.

    Ich bin ein totaler Fan der ayurvedischen Küche. Diese begeistert mich durch den intensiven Geschmack und die vielen Gewürze, die wiederum für eine gesunde Verdauung und einen außergewöhnlichen Geschmack sorgen.

    Durch die aufsteigenden ätherischen Öle beim Zubereiten der Speisen wird die ganze Küche mit einem angenehmen und inspirierenden Geruch erfüllt.


    Kennst du Nacktyoga? Was hältst du davon?

    Ich habe vom Nacktyoga gehört. Wenn Menschen daran Freude finden, solle sie es ausüben. Für mich ist das nichts.

    Ich würde mich dabei nicht   wohl fühlen. Es gibt mittlerweile unzählig viele Yogaarten. Jeder sollte seinen eigenen Stil finden.