Der schiefe Turm von Lüneburg. Der Baumeister sprang runter und überlebte

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Der schiefe Turm von Lüneburg. Der Baumeister sprang runter und überlebte

Mitten in der Stadt

    Nicht nur Pisa hat einen schiefen Turm, auch Lüneburg.


    Die älteste Kirche in Lüneburg ist St. Johannis, sie fällt dem Besucher schon von weitem auf, denn ihr 108 Meter hoher Turm ragt SCHIEF in den Himmel.

     

    Der Turm ist während des Baus um 1384 nach Westen hin 2,20 Meter aus dem Lot geraten. Er sollte zwar schief sein, denn Kirchtürme wurden immer etwas in den Wind gestellt, damit sie nicht die volle Windlast frontal abbekamen, jedoch nicht so schief.


    Und noch heute erzählt man sich in Lüneburg die Legende von dem Baumeister, der den schiefen Turm errichtete: Nach dem Bau sah er, was er angerichtet hatte. Daraufhin stieg er die Treppen zum Kirchturm hoch und stürzte sich voller Scham durch ein Fenster in die Tiefe.

     

    Allerdings fuhr gerade in dem Moment ein Heuwagen vorbei. Der Baumeister landete weich und überlebte den Sturz. Er dachte bei sich: "Wenn ich nach diesem Sprung noch lebe, dann muss es Gottes Wille sein, dass der Turm so schief ist." Mit dieser Gewissheit wollte er das Ereignis feiern, betrank sich in einer Kneipe, fiel dort von der Bank, brach sich das Genick und war tot.

     


    Schon 927 als Taufkirche genannt, ist die St. Johannis-Kirche eine der ältesten in Niedersachsen. Sie diente als Vorbild vieler Hallenkirchen in Norddeutschland, so zum Beispiel in Stendal, Brandenburg, Hannover und Tangermünde. Die fünfschiffige Hallenkirche mit nahezu quadratischem Grundriss enthielt einst 39 Altäre. Der berühmte Hochaltar mit Gemälden Hinrik Funhoffs und die prächtige Barockorgel sind unbedingt sehenswert. 


    Der junge Johann Sebastian Bach lernte hier das Orgelspielen und Komponieren bei seinem Onkel Georg Böhm, der von 1698 bis 1733 als Kantor und Komponist in der St. Johannis-Kirche arbeitete.