Es spricht die Majestät: Blog der Heidekönigin

Franziska Röhrs, 72. Amelinghausener Heidekönigin

    Der Höhepunkt der Festwoche: Die Heidekönigin in Amelinghausen wird jedes Jahr Mitte August am Sonntag auf dem Heideblütenfest gewählt. In der Krönungheide am Kronsberg stellen sich spontan die Kandidatinnen zur Wahl. Sehr spannend: Niemand weiß vorher, wie viele Kandidatinnen es gibt. Alle Bewerberinnen stellen sich auf der Bühne vor tausenden Zuschauern vor. Eine große Jury, besetzt aus den Ortsteilen Amelinghausens und mit Promis, wählt dann die Königin. Von ihrer Vorgängerin erhält die Siegerin die Heidekrone und hält ihre erste Rede. Ein Jahr lang repräsentiert die Heidekönigin die Region.


    Franziska Röhrs (23), im Hauptberuf Konditorin, wurde im August 2022 als 72. Heidekönigin gewählt. Wir wollen von ihr wissen, wie es war, was sie das kommende Jahr macht und wie das Leben als Heidekönigin so ist. Daher schreibt sie für uns regelmäßig die Blogbeiträge.




    "Es ist ein kleines Chaos!“  

    21.09.2022


    Wie fühlt man sich, wenn man sich dem Publikum und der Jury zur Wahl der Heidekönigin vorstellt? Wie bereitet man sich auf Reden vor? Was geht einem eigentlich durch den Kopf, bevor man auf die Bühne geht?


    Genau diese Fragen wurden mir mittlerweile so oft gestellt und ich kann sie immer nur damit beantworten :


    „Es ist ein kleines Chaos!“. Es ist wirklich alles dabei. In einer Sekunde die pure Aufregung und etliche Fragen. Was sage ich bloß gleich? Wie gucke ich und vor allem, wo gucke ich hin ? Und in der anderen Sekunde denke ich „Ach, das wird schon“, nicht zu viele Gedanken machen und verrückt machen. Klar, hat man sich im Vorfeld Überlegungen gemacht und Stichpunkte im Kopf, die man sagen möchte, diese eventuell sogar explizit aufgeschrieben. Aber ich kann euch sagen, wenn die Aufregung kommt, dann hilft auch das nur minimal.


    Was man dagegen tun kann? Ich gehe die aller wichtigsten Punkte, die ich sagen möchte, kurz vorher noch einmal grob im Kopf durch. Auf der Bühne hilft es mir am meisten, mich auf einen festen Punkt in der Ferne zu fixieren. Dies sollte keine Person sein, der man ins Gesicht blickt, weil eventuelle Reaktionen einen nur irritieren würden, sondern ein Gegenstand direkt hinter dem Publikum.


    Ich glaube, dass Aufregung, Nervosität und Lampenfieber irgendwie ja auch dazu gehören und etwas Gutes sind. Dass man immer noch aufgeregt ist zeigt nur, dass Reden vor Publikum für mich lange nicht alltäglich und selbstverständlich geworden sind. Dies ist ein kleiner Teil, der das Amt der Heidekönigin auch so spannend macht und ich bin mir sicher, wenn ihr ehemalige Königinnen fragt, würden diese das nur bestätigen.