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Storchenzeit - Auf Adebars Spuren in der Lüneburger Heide

Viele Störche brüten in der Südheide

    Alljährlich im Frühjahr kehren die Störche aus ihren warmen Winterquartieren zurück nach Deutschland in ihre bestehenden Brutnester. Auch die Lüneburger Heide ist ein beliebtes Sommerdomizil der Weißstörche.



    Ganz im Süden der Lüneburger Heide, entlang des Heideflusses Aller, zieren Storchennester das Ortsbild vieler kleiner Heideorte.

    Der Weißstorch - Botschafter des Glücks und des Frühlings
    Ab Mitte März wird die Rückkehr der Weißstörche in den Heideorten entlang der Aller und des Aller-Radweges freudig erwartet. Denn glaubt man den Sagen und Erzählungen rund um den Weißstorch, so ist er ein Botschafter des Glücks und des Frühlings. Der Weißstorch gilt zum einen als Botschafter des Ehefriedens und zum anderen als Überbringer des Kindernachwuchses. Zudem heißt es, der Weißstorch beschütze das eigene Heim vor Blitzschlägen und seine Rückkehr kündige den lang ersehnten Frühling an. Den Erzählungen zu Folge ist der Weißstorch wahrhaft ein Glücksbotschafter und somit ist es auch kein Wunder, dass er alljährlich ein willkommender Sommergast auf jedem Dach ist. 


    So verlebt der Storch das Jahr

    Die Ankunft der Weißstörche
    Normalerweise kehren die Weißstörche Ende März bis Anfang April aus ihren warmen Winterquartieren zurück in ihre Sommerbrutnester entlang der Aller. Doch aufgrund der milden Winter treffen die ersten Weißstörche oftmals schon Ende Februar / Anfang März in den Nestern ein. In der Regel übernehmen die männlichen Weißstörche die Vorhut. Sie besetzen die Storchennester und richten diese nach einem langen Winter für die Ankunft der weiblichen Weißstörche her. So ist es kein Wunder, dass gerade zu Beginn der Rückkehr in den Nestern vorerst nur ein Storch zu sehen ist. Doch auf die Ankunft der Weißstorchdamen müssen die Männchen nicht lange warten. Sie folgen in der Regel nach einer bis drei Wochen. 

    Der Weißstorch bleibt seiner Dame treu – oder eher seinem Nest?
    Erzählungen zu Folge bleibt ein Weißstorch seinem Partner ein Leben lang treu. Doch ist das wirklich so? Die Treue der Weißstörche kommt zustande, da sowohl die männlichen als auch die weiblichen Weißstörche ihren Brutnestern treu bleiben und die Paare somit immer wieder aufeinandertreffen.

    In der Regel wartet das Männchen nur ein bis drei Wochen auf die Ankunft seiner Weißstorchdame. Trifft sie in dieser Zeit nicht ein, geht der männliche Weißstorch davon aus, dass seine Weißstorchdame zum alten Horst nicht zurückkehren wird. Allein bleiben wird er aber nicht, denn bei den Weißstörchen steht die Arterhaltung und Fortpflanzung an erster Stelle. In diesem Fall sucht er sich eine neue, für ihn geeignete Storchendame für seine Nachkommen.

    Klapperkonzert zur Begrüßung
    Die Weißstorchdame bekommt zur Begrüßung ihrer Rückkehr ein „Klapperkonzert“. Dabei wirft das Männchen seinen langen Hals nach hinten auf den Rücken und beginnt, seine Schnabelhälften aufeinander zu schlagen. Daher wird der Weißstorch auch gern als Klapperstorch bezeichnet. 

    Die Brutzeit der Weißstörche
    Sobald die ersehnte Weißstorchdame eingetroffen ist, beginnt die Paarung. Kurz nach der Paarung legt die Weißstorchdame zwei bis sieben Eier ins Nest, die nun bebrütet werden müssen. In der Regel ist die Brutzeit von Anfang April bis Anfang Juni. Männchen und Weibchen wechseln sich hierbei ab. Während der Brutzeit können die Weißstörche gut in ihren Nestern beobachtet werden, denn in dieser Zeit muss mindestens ein Storch immer im Nest sein. Nach ungefähr 32 Tagen schlüpfen die Jungstörche und fangen wenige Stunden später an, mit ihren Schnäbeln zu klappern. Ab diesem Zeitpunkt sind die Weißstorcheltern mit der Beschaffung von Nahrung und Bewachung des Nestes vor Feinden beschäftigt.
    Anfang Juli beginnen die Jungstörche mit ihren ersten Flugübungen. Sie richten sich in den Nestern auf und beginnen mit den Flügeln zu schlagen. Es dauert nicht lang und die ersten Flugversuche starten in die umliegenden Felder.

    Rückkehr in die Winterquartiere
    Ab Mitte August rüsten sich die Weißstörche für den Flug in ihre warmen Winterquartiere. Die Jungstörche starten ihre lange Flugreise in Richtung Afrika als erste, oftmals zwei Wochen vor dem Aufbruch der Elternstörche. Erst im Alter von drei bis fünf Jahren werden Jungstörche geschlechtsreif. Und auch erst dann kehren sie zum ersten Mal in die Brutgebiete der Elternstörche zurück.


    Beobachtungstipp
    Von Anfang April bis Anfang Juli können Sie die Weißstörche wunderbar in ihren Brutnestern beobachten. Ab Mitte Juli wird es schwieriger, da nun auch die Jungstörche flügge geworden sind und sich Ihre Nahrung auf den umliegenden Feldern selber fangen. Da die Nester hoch oben liegen – entweder auf Dächern alter Bauernhäuser, auf dem Schornstein einer Bäckerei oder sogar auf einem Kirchturm – sollten Sie zur Storchenbeobachtung immer ein Fernglas dabei haben.


    Weißstorch-Navigator
    In unserem Weißstorch-Navigator haben wir für Sie alle Nester entlang der Aller aufgeführt. Zu jedem Nest führen wir Ihnen den aktuellen Stand der Nestbesetzung auf und ab Juni informieren wir Sie auch über die Anzahl der Jungstörche in den Nestern.


    Fakten zum Weißstorch
    • Name: Der Weißstorch wird weitverbreitet auch "Adebar" oder "Klapperstorch" genannt
    • Aussehen: ca. 100 cm großer Vogel mit leuchtendrotem Schnabel, leuchtendroten Beinen, weißem Gefieder und schwarzen Federn am Ende der Schwungflügel
    • Laute: Den Weißstorch erkennt man an seinem lauten Klappern. Hierbei schlägt er die Schnabelhälften aufeinander.
    • Nahrung: Fische, Regenwürmer, Insekten, Eidechsen, Froschlurche
    • Lebensraum: Flussniederungen, Flussauen, Feuchtgrünland, offene feuchte Landschaften
    • Verweildauer in Europa: Ende März bis Mitte August. Die Ankunftszeit der Weißstörche ist von der Witterung abhängig. In milden Wintern kann es passieren, dass der Weißstorch bereits Ende Februar / Anfang März zurückkehrt.