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HEIDE-Insider Stadt #7: Wir brauen Bier - heute die Ilmenau nicht als Klo nutzen!

Die Abtswasserkunst in Lüneburg

    Bier, Brot und Salz - die Geschichte der Hansestadt Lüneburg ist unmittelbar mit dem Salz verbunden. Das "weiße Gold" hat Lüneburg zu immensem Reichtum und Wohlstand verholfen. Lüneburg hat aber auch eine lange Brauereigeschichte.

    Aus welchem Grund wurde der Wasserturm der Abtswasserkunst auf Initiative der Bierbrauer errichtet?




    Zum Bierbrauen braucht man Wasser

    Ein wesentlicher Bestandteils des Lüneburger Wasserviertels ist die "Nedderste Molen" (Niederste Mühle). Besitzer war der welfische Herzog Heinrich der Löwe, der die Mühle 1147 dem Abt des St. Michaelisklosters, Bischof Eberhard von Holle, zum Geschenk machte.

    Es gab im Stadtgebiet zwar einige flache Brunnen, die jedoch nur besonders kalkhaltiges Wasser enthielten, das sich in Gipsspalten gesammelt hatte. Dieses Wasser war für das Bierbrauen jedoch unbrauchbar. 


    Woher bekommen die Brauerein kalkarmes Wasser?

    Das fertige Bier besteht zu 90% aus Wasser. Die Qualität und Beschaffenheit des Brauwasseres ist von entscheidender Bedeutung für die Qualität des Bieres. Auch schon im 12. Jahrhundert. Lüneburg hatte 80 Brauerein und diese benötigten große Mengen kalkarmes Wasser, um ein sauberes Bier zu brauen. 


    Was tun?

    Die Bierbrauer Lüneburgs schlossen sich zusammen und erwirkten 1530 vom Michaeliskloster die Genehmigung auf dem klostereigenen Gelände der Abtsmühle eine Wasserkunst zu errichten sowie einen großen Turm, in den mit Hilfe eines wasserradbetriebenen Schöpfwerks Wasser aus der Ilmenau gepumpt wurde. 


    ...und die Fäkalien in der Ilmenau?

    Nun war es im Mittelter so, dass die Ilmenau zur Entsorgung von Abwässern diente. Am Fluss und am Stadtgraben wurde Wäsche gewaschen: Lederer, Gerber, Färber und andere Handwerke benötigten viel Wasser für die Produktion und entsorgten das schmutzige Wasser gleich wieder im Fluss. Die Fleischer hatten ihre Verkaufsbuden zumeist auf den Brücken und warfen die Abfälle direkt in den Fluss, um die Ausbreitung von üblen Gerüchen und von Seuchen zu verhindern. 


    Also hieß es:

    An festgelegten Tagen des Monats durfte die Bevölkerung keine Fäkalien in die Ilmenau schütten. Dann nämlich wurde aus dem Fluss Wasser für die Bierherstellung in den Wasserturm gepumpt. 

    Die Abtswasserkunst wurde 1632 – 1634 renoviert, während dieser Bauphase entstand auch die Brausebrücke, die die beiden Mühlen miteinander verbindet. 1837 wurde eine neue Pumpe eingebaut und 1903/04 entstand ein Durchgang durch den Turm zur Brausebrücke. Darüber befindet sich noch heute das Wappen der Brauer in einem Medaillon. 


    Die Brauer benötigten die Wasserkunst zudem auch, um das benötigte Brauwasser problemlos zu ihren Häusern leiten zu lassen. Die Ilmenau lag nämlich am tiefsten Punkt der Stadt und den direkten Einsatz von Pumpen hätte das hölzerne Rohrsystem nicht standgehalten. Durch die Abtswasserkunst konnte das Wasser fortan zunächst in den Turm befördert werden. Anschließend wurde es durch das Gefälle mit gleichmäßigem Druck über das Rohrsystem zu den angeschlossenen Brauhäusern geleitet



    // FACTS// 


    Abtsmühe

    Bei der Abtsmühle 1

    21335 Lüneburg

    In der Abtsmühle befinden sich die Märchensuiten des Hotels Bergströms. 



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    im Mälzer - Brau- und Tafelhaus in der Heiligengeiststr. 43.


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