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Wietze: Naturschutzgebiet Hornbosteler Hutweide

Wietze

    Naturerlebnis in historischer Landschaft:
    Wildpferde und Heckrinder auf der Hornbosteler Hutweide


    Der Aller-Radweg führt Sie direkt vorbei an einer Attraktion, die in dieser Form im Landkreis Celle einzigartig ist.


    besonderes Naturreich


    Mit der Hutweide, auf der die Dorfbewohner Jahrhunderte lang ihr Vieh hüteten, besitzt Hornbostel an der Aller ein besonderers "Naturreich". Die zauberhafte Parklandschaft mit stattlichen Alteichen im Auengrünland, Wäldchen, Heideflächen und Wacholderhainen ist heute Heimat von Weißstorch und Edellibellen, Wilden Stiefmütterchen und Schwanenblumen.

    Nach dem Rückzug der traditionellen Viehwirtschaft pflegen seit 2009 einige Wildpferde und eine Herde Heckrinder das Naturschutzgebiet. Das vom Land Niedersachsen und der EU finanzierte Beweidungsprojekt auf 75 Hektar unterstützt Bemühungen aus der Region, die ökologisch wertvolle Hutweide zu erhalten. Die neue Wildnis lädt außerdem zum spannenden Naturerlebnis ein.

    Nicht nur als idyllisches Ausflugsgebiet und aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes wurde die letzte typische Hutelandschaft im Landkreis Celle erhalten. Auch aus heimatkundlicher und kulturhistorischer Sicht ist das Weidegebiet in der Allerniederung ebenfalls von besonderer Bedeutung.


    Hutweide in Gefahr

    Im Dorf Hornbostel existiert nur noch ein intensiv wirtschaftender Milchviehbetrieb, der die Hutweide in traditioneller Form nicht mehr beweiden lassen kann. Wo aber die Beweidung eingestellt wurde

    • verschwinden seltene Tier- und Pflanzenarten (z.B. der Weißstorch)
    • weichen Wacholderheiden der Konkurrenz anderer Gehölze
    • breiten sich standortfremde Pflanzen aus


    Schutz für die Hutweide

    Große Teile der Allerniederung und damit die Hornbosteler Hutweide tragen heute das Prädikat "Natura 2000"-Gebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH) Richtlinie. Besonderer Formen von Eichenwäldern und die Wachholderbestände gelten als europäisches Naturerbe, ebenso Arten wie Fischotter und Weißstorch. Seit 2004 sind 176 Hektar der Hutweide als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Beweidungsprojekt ist der konsequente Schritt, um den dauerhaften Schutz der Hutweide und ein einmaliges Naturerlebnis zu erreichen.


    Eine der schönsten Edel-Libellen Europas, die Grüne Mosaikjungfer ist hier zuhause. Die vom Aussterben bedrohte Art kann hier von Mitte Juli bis September besonders gegen Abend beim Jagen beobachtet werden.


    Das im Dorf Hornbostel jährlich brütende Weißstorchenpaar findet die Nahrung für seinen Nachwuchs auf den angrenzenden Hutweiden. Das Nest auf der "Heidebäckerei" am Helene-Segelke-Platz war in den letzten Jahren regelmässig besetzt. In den zahlreichen Storchennestern im Aller-Leine-Tal kehren die ersten Störche nach dem Winter in manchen Jahren schon ab Februar/März zurück. Reges Storchengeschehen ist am besten in den Monaten April - Juli zu beobachten.


    Tierische Teamarbeit

    Dienstantritt war 2009: Heckrind und Przewalski-Pferd pflegen seitdem die die Hornbosteler Hutweide naturnah und kostengünstig. Robuste Weidetiere, die für den ganzjährigen Aussendienst besonders geeignet sind und sich die Arbeit teilen: Je nach Jahreszeit fressen sie Gras oder auch Blätter, Rinde und zart Zweige. Doch einige Gehölze wehren sich mit Dornen (z.B. die Schlehe) und schützen somit den Eichen-Nachwuchs. So bleibt die Hutelandschaft abwechslungsreich und offen.Die Betreuung der Tiere auf zwei abgezäunten Koppeln hat ein örtlicher Landwirt übernommen.


    Auf Auerochsens Spuren

    Heckrinder sind eine Züchtung aus 15 Rinderrassen nach dem Abbild des vor fast 300 Jahren ausgestorbenen Auerochsen. Deutlich kleiner und mit kürzeren Beinen, die Hörner dünner und nicht so stark nach innen gekrümmt ist das Heckrind aber ebenso zählebig wie sein Vorfahre der Auerochse. Ideal für den ganzjährigen Einsatz im Beweidungsprojekt an der Aller. Und die Herde fühlt sich hier offenbar wohl. Davon zeugt der reichliche Nachwuchs.


    Wildpferde mit Stehmähne

    Mit den Przewalski-Pferden (sprich: "Pschewalski") sind 2009 echte Wildpferde auf der Hornbosteler Hutweide angekommen - nach Überzeugung der Forscher die letzte mit Sicherheit nicht domestizierte Pferdeart.

    Für die ganzjährige Beweidung der Hornbosteler Hutweide gelten die Przewalski als die ideale Besetzung. Selbst in schneereichen Wintern kratzen sie auf der Suche nach Nahrung mit ihren Hufen den Boden frei.


    Anreise:

    Mit dem PKW/zu Fuß: Im Wietzer Ortsteil Hornbostel parken Sie auf dem Helene-Segelke-Platz  in der Dorfmitte. Folgen Sie der Dorfstraße und dann dem Schleusenweg Richtung Bannetzer Schleuse. Dort finden Sie eine Infotafel (am Aller-Radweg) zur Hutweide. Von der Schleuse selbst haben Sie einen guten Ausblick Aller-Aufwärts in die Hutweide.


    Mit dem Fahrrad: Der Aller-Radweg führt Sie zwischen Bannetzer-Schleuse und Wacholderpark direkt entlang an der Hutweide. Die Bannetzer Schleuse erreichen Sie mit dem Rad auch ab Hornbostel/Helene-Segelke-Platz über die Dorfstraße, dann nach links in den Schleusenweg, diesem nach rechts folgend Richtung Bannetzer Schleuse.


    Die Hornbosteler Hutweide erwandern:

    Es gibt aktuell keinen beschilderten Rundwanderweg. Um das Naturschutzgebiet der Hornbosteler Hutweide dennoch zu erwandern, haben Sie folgende Möglichkeiten:

    •  Geführte Naturwanderungen finden zu ausgewählten Terminen (i.d.R. April - Oktober) statt, bei der Sie die Hutweide einmal komplett umrunden können. Ein Teil dieser geführten Touren führt dabei auf unbefestigten Pfaden direkt durch das Schutzgebiet, das sonst nicht betreten werden darf. (Bitte achten Sie auf die Ankündigungen in unserem Veranstaltungskalender)
    • Vorschlag für eine unbeschilderte Rundwanderung (ca. 6km) ab/bis Parkplatz Helene-Segelke-Platz im Wietzer Ortsteil Hornbostel: Dorfstraße-Schleusenweg-Bannetzer Schleuse-Aller-Radweg Richtung Osten - Schutzhütte/Rastplatz/Aussichtspunkt Hutweide - weiter Aller-Radweg durch Hutewald - Abzweig/Blaue Brücke(Sackgasse) zur Aller - weiter Aller-Radweg bis Waldrand - Abzweig rechts(Feldweg) - links auf Wendtchausee - links Dorfstraße folgen zurück zum Parkplatz.


    Karte
    Standort
    OT Hornbostel
    29323 Wietze

    Telefon
    Gemeinde Wietze 05146 - 507-0
    NLWKN Lüneburg 04131 - 8545-513
    LK Celle, Untere Naturschutzbehörde 05141 - 916-0

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