Bispingen: Heidekastell Iserhatsche

Bispingen

    Eine der sensationellsten Sehenswürdigkeiten der Lüneburger Heide liegt in Bispingen. Es gibt keine Beschreibung dafür, was Sie in der Iserhatsche vorfinden: ein Kunstwerk, eine Wohnung, ein Museum, einen Tempel - ein Wahnsinn.



    Iserhatsche in Bispingen ist ein Jagdschloss der ganz besonderen Art. Eben mal nicht Heide-, nicht Vogel-, nicht Serengeti-Park. Iserhatsche ist ein Gemisch aus Vision und Wahnsinn, kreiert von Uwe Schulz Ebschbach. Auf seiner Visitenkarte steht als Berufsbezeichnung "Malermeister/Visionär".


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    Zu behaupten, er sei extrovertiert, wäre stark untertrieben. Im Barockgarten des Schlosses steht - schon zu Lebzeiten - seine Bronzebüste. Direkt davor befindet sich der Glockenbaum, der aus Eisen geschmiedet wurde und dessen Glocken zu jeder vollen Stunde erklingen. Um 8 Uhr ertönt "Fuchs, du hast die Gans gestohlen", um 18 Uhr "Muss i denn zum Städtele hinaus". Gespielt werden die Melodien im Diana-Sanssouci-Zimmer des Jagdschlosses, einem mit Blattgold verzierten Saal, in dem sich jeder Sonnenkönig wohlfühlen würde. In einem barocken Tisch ist ein Keyboard eingebaut, das den Glockenbaum zum Läuten bringt.

    Übrigens: Kommt man dem Eisenbaum zu nahe, wird eine Lichtschranke ausgelöst, und Blech-Schmetterlinge fangen an zu flattern.


    "Es gibt kein großes Genie ohne einen Schuss Verrücktheit", steht irgendwo im Garten geschrieben. Oder: "Um Erfolg zu haben, muss man aus dem Wollen schöpfen." Ganz Iserhatsche ist voller Sprüche, die Lebensphilosophie des Hausherrn in Versform.


    Vor ein paar Jahren baute Schulz Ebschbach mit seinem Sohn und seinem Hausmeister einen Berg. Montagnetto heißt der Hügel, dessen Innen- und Außenleben genauso schrill ist wie ganz Iserhatsche. Montagnetto ist der Berg der Sammelleidenschaft, und  Schulz-Ebschbach ist Sammler. Er sammelt zum Beispiel Leichenwagen, große und kleine. Im Berg-Inneren steht auch die größte Biersammlung der Welt, rund 24 000 volle Flaschen aus 192 Ländern lagern hier. 


    In der Ferne bimmelt derweil der Glockenbaum die 13-Uhr-Hymne "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach". Schulz-Ebschbach lässt sich entschuldigen, draußen warten Besucher auf den Vulkanausbruch. Bitte? Ja, der Montagnetto ist ein Vulkan. Am Ufer seines künstlichen Sees steht der Malermeister-Visionär und hantiert mit der Fernbedienung. Dann speit der Berg tatsächlich Feuer. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann hier ein künstlicher Tsunami entsteht. 


    Aber auch für diesen Fall hat Schulz-Ebschbach vorgesorgt: Hinter dem Montagnetto hat er sich eine große Arche Noah zimmern lassen, über die er in seine private Schlafkatakomben gelangt. Vier Stunden Schlaf - mehr braucht er nicht, sonst schafft er seine Visionen nicht.


    Zum Beispiel das Flaschenschloss im Wald, nur aus Leergut gebaut. Auch für das Leben danach hat Uwe Schulz-Ebschbach vorgesorgt. Im Jagdschloss steht bereits sein Sarg. Es ist ein mit seinem Konterfei verzierter Sitz-Sarg. Warum sitzen? "Ich möchte mich später nicht wund liegen", so die plausible Erklärung.


    Iserhatsche - das ist der mit der Klatsche? Er ist einfach herrlich verrückt. Einmalig. Und das müssen Sie gesehen haben. Ehrlich.

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    Nöllestr. 40
    29646 Bispingen

    Telefon
    Büro 05194 - 1206
    Telefax
    Büro 05194 - 1206
    Öffnungszeiten
    Montag - Sonntag und Feiertage 10:00 - 16:00 Uhr
    Letzte Führung 14:00 Uhr
    Preise
    Kinder (7 - 12 Jahre) 8,00 €
    Gruppen ab 10 Personen, mit vorheriger Anmeldung 10,00 €
    Erwachsene 12,00 €
    Kinder bis einschl. 6 Jahre frei