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Die Reitende Diener Straße Lüneburg

Lüneburg
©Ulrich von dem Bruch / Lüneburg
Lüneburg Reitende Diener Strasse
©Ulrich von dem Bruch / Lüneburg
Die Reihenhäuser für die Wachmannschaft des Lüneburger Rates
Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden in der Reitenden Diener Straße die ersten Reihenhäuser der Stadt Lüneburg für die Wachmannschaft des Rates.

Die Reitende Diener Straße: Ein Blick in die Geschichte Lüneburgs

In der malerischen Stadt Lüneburg, die reich an Geschichte und Tradition ist, verbirgt sich eine Straße, die nicht nur durch ihren Namen fasziniert, sondern auch eine reiche Geschichte zu erzählen hat - die Reitende Diener Straße. Tauchen wir ein in die Vergangenheit und entdecken, was diese Straße so besonders macht.

Die Reitenden Diener von Lüneburg

Im Mittelalter waren Zeiten turbulent, und wenn ein hochrangiges Mitglied des Rates reisen musste, war es unerlässlich, einen Geleitschutz mit sich zu führen. Zu diesem Zweck unterhielt der Rat von Lüneburg, sowie viele andere norddeutsche Städte, eine Gruppe berittener und bewaffneter Schutz- und Ehrentruppen, bekannt als die "Reitenden Diener". Diese Reitenden Diener unterstanden einem Hauptmann und trugen seit 1494 einheitliche Uniformen aus hochwertigem Tuch.

Vielseitige Aufgaben der Reitenden Diener

Die Reitenden Diener hatten jedoch nicht nur die Aufgabe, hochrangige Ratsmitglieder auf Reisen zu begleiten. Sie erfüllten eine Vielzahl anderer Aufgaben in der Stadt. Während Ratssitzungen dienten sie den Ratsherren und dem Bürgermeister. Bei großen Festlichkeiten und offiziellen Empfängen standen sie den "Hohen Herren" zur Verfügung.

iese Diener waren jedoch nicht nur gut ausgebildet und bewaffnet, sondern auch hervorragend informiert über aktuelle Ereignisse, politische Entwicklungen und die inneren Angelegenheiten des Rates. Sie waren die Quelle für Klatsch, Tratsch und vertrauliche Informationen.

Reitende Diener als Boten und Hüter der Ordnung

Die Aufgaben der Reitenden Diener erstreckten sich auch auf Botendienste und die Aufrechterhaltung der Ordnung. Sie übernahmen die Rolle von Kurieren und brachten Übeltäter zum Schafott, wenn es notwendig war. Mit der Zeit erweiterten sie ihre Tätigkeiten auf polizeiliche Aufgaben und dienten als Verbindungsglied zwischen den Städten, indem sie Neuigkeiten und Informationen auf ihren Reisen verbreiteten.

Die Entstehung der Reitenden Diener Straße

Damit die Reitenden Diener immer schnell einsatzbereit waren, sollten sie in der Nähe des Rathauses wohnen. Bürgermeister Hinrik Garlop sorgte dafür, dass auf städtischem Grund des ehemaligen St. Marienklosters ein Gebäude errichtet wurde, das diesen Bediensteten und ihren Familien ein Zuhause bot. Dieses Gebäude aus dem 16. Jahrhundert war das erste Reihenhaus in Lüneburg mit einer einheitlichen Fassade. Es ist bis heute gut erhalten und wurde später um drei gleiche Häuser erweitert.

Die Garlopenhäuser: Ein historisches Juwel

Die Garlopenhäuser sind nicht nur historisch bedeutend, sondern auch architektonisch beeindruckend. Die Fassade zeichnet sich durch auffälligen Lüneburger Taustein aus, der seit dem 15. Jahrhundert als Dekorationselement die Zugehörigkeit zur Hanse betont. Der Namensgeber, Hinrik Garlop, war ein Ratsherr, Sülfmeister und Bürgermeister von Lüneburg, der 30 Jahre lang seiner Stadt diente. Sein Wappen, ein Wachhund mit einem Halsband und einer goldenen Schelle, symbolisiert seine Treue und sein Engagement für die Stadt.

Eine Familie und ihre Geschichte

Die Fassade der Garlopenhäuser zeigt nicht nur den Wappen-Hund, sondern auch Medaillons mit den Familienwappen. Links sind die Wappen der Garlop-Männer und rechts die der Frauen abgebildet. Diese Abbildungen beziehen sich direkt auf die Familiennamen. Über der Dachtraufe wechseln sich die Wappen von Hinrich Garlop und seiner Frau Anna Bardowicks ab. Anna stammte aus Bardowick, einem wichtigen Handelsknotenpunkt in der Nähe von Lüneburg, und ihr Schild zeigt eine silberne Möhre.

Die Reitende Diener Straße heute

Heute sind die Garlopenhäuser Heimat verschiedener Ämter und Dienststellen der Lüneburger Stadtverwaltung. Die Reitende Diener Straße erinnert uns an eine Zeit, in der Lüneburgs Geschichte eng mit den treuen Dienern und ihrer Hingabe für die Stadt verbunden war. Ein Spaziergang durch diese Straße ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine Gelegenheit, die faszinierende Geschichte dieser Stadt zu entdecken, die sich in den Pflastersteinen und historischen Gebäuden widerspiegelt.