Was macht das „Au“ vor dem Wald?
Wenn sich ein Fluss durch eine Landschaft schlängelt, bezeichnet man das Gebiet direkt am Fluss als Aue. Alle Pflanzen, die hier wachsen, und alle Tiere, die hier leben, haben eine besondere Beziehung zum Wasser des Flusses. Einst wuchsen in den Auen entlang der Flüsse überall besondere Wälder, die Auwälder. In ganz Europa sind sie heute aufgrund der Eingriffe des Menschen (Bodenentwässerungen, Flussregulierungen) ausgesprochen selten geworden.
Ein Auwald ist nicht nur schön…
... sondern auch wichtig – für uns! Bei Regen kann der lockere Waldboden ganz viel Wasser aufsaugen. Das Wasser wird also im Waldboden gespeichert und fließt nur langsam in die Ilmenau. Stellen Sie sich vor, hier wäre kein Wald sondern nur Asphalt: Das Wasser würde viel schneller in die Ilmenau abfließen und der Fluss könnte bei starken Regenfällen über die Ufer treten!
Wurzel mit Schnorchel
Entlang dem Ilmenau-Nebenbach „Aue“ kommt stellenweise eine besondere Form von Auwald vor: der Erlen-Eschen-Auwald. Hier wachsen vor allem die Schwarzerle und die Gemeine Esche.
Die Schwarzerle hat einen besonderen Trick: Sie kann ganzjährig mit den Wurzeln im Wasser stehen, weil sie kleine Löcher, so genannte Korkwarzen, im Stamm hat, mit denen sie „atmet“, Durch Hohlräume im Holz gelangt die Luft dann bis in die Wurzeln.
