Geheimtipp: Waldbaden in der Lüneburger Heide

Shinrin yoku: Waldbaden stärkt nachgewiesen das Immunsystem

    Kräftig leuchtende Heideflächen im satten lila, dafür ist die Region zwischen Hannover und Hamburg europaweit berühmt. Doch die einzigartige Kulturlandschaft besteht zu rund 60 Prozent aus weitläufigen Waldgebieten, die jetzt mit herbstlich bunter Laubfärbung locken.


    Vor allem in den beiden Naturparken der Lüneburger Heide und im großen, autofreien Naturschutzgebiet finden sich ausgedehnte Waldflächen. Wie man den Wald wahrnimmt, ist bei jedem unterschiedlich. Wir plädieren für Achtsamkeit.



    Raus in den Wald – sich bewegen, abschalten und entspannen, zu einem gesunden Lebensstil gehören regelmäßige Ausflüge in die Natur dazu. Gerade jetzt im Herbst, wenn das erste Laub unter den Füßen raschelt, der Wald würzig duftet und seine Blätter in kräftigen Gelb- und Orangetönen leuchten. Ein Feuerwerk für alle Sinne. 



    Waldbaden ist gesund

    Dass sich ein Aufenthalt im Wald positiv auf die Gesundheit auswirkt, haben japanische Wissenschaftler jüngst bewiesen. Herausgefunden wurde, dass die ätherischen Öle des Waldes das Immunsystem stärken, gleichzeitig werden Stresshormone abgebaut und das psychische Wohlbefinden verbessert. In Japan ist der Aufenthalt im Wald ("Shinrinyoku", deutsch: Waldbaden) eine anerkannte Stress-Management-Methode und wird vom Gesundheitswesen gefördert. 


    Während des Waldspaziergangs fährt das Immunsystem hoch, es werden mehr weiße Blutkörperchen gebildet. Nach einem Waldspaziergang sind es ca. 50 Prozent mehr, als davor. Sie sind länger aktiv und bekämpfen körperfremde Keime. Deshalb ist gerade im Herbst, wenn die ersten Grippewellen kommen, das Waldbaden so sinnvoll.



    Wandern im Urwald 

    Die wohltuende Wirkung des Waldes lässt sich bestens in der Lüneburger Heide spüren. Zum Beispiel im 7500 Hektar großen Lüßwald im Naturpark Südheide. Er ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands und wurde bereits im frühen 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Diese uralten Waldstrukturen präsentieren sich beinahe unverändert entlang des Naturwaldreservats. 1973 wurde in dem Waldabschnitt jegliche Nutzung eingestellt und das Betreten untersagt. Seitdem ist das Naturwaldreservat sich selbst überlassen. Entstanden ist ein unverfälschter Biotop für Flora und Fauna, ganz ohne Eingriffe des Menschen. Besucher können die besondere Kraft dieses Urwaldes hautnah auf dem 7,2 Kilometer langen, mit Infotafeln ausgestatteten, Walderlebnispfad erleben. Wer länger im Lüßwald unterwegs sein möchte wählt die mittlere Tour mit einer Länge von 10,8 km Kilometern oder die Tagestour mit 14,5 Kilometern (www.lueneburger-heide.de/11161). 



    Bewusst Atmen

    Riechen, hören, schmecken und fühlen - bei der einstündigen Waldwanderung mit Meditationstrainerin Lonny Andersen in Bad Bevensen werden alle Sinne angesprochen. Schwerpunkte sind Achtsamkeit, bewusstes Atmen und Freude an der Bewegung. Zum Warmwerden wird zu Beginn zügig durch den Wald spaziert, danach gibt es Entspannung mit Dehn- und Atemübungen sowie kleinen Meditationen (www.lueneburger-heide.de/16453).



    Yoga im Wald 

    Zwischen Hamburg und Lüneburg bietet der Yoga-Wald im Barfußpark Egestorf neun Stationen, an denen Anfänger und erfahrene Yogis Übungen in der Stille des Waldes durchführen können. Durchatmen, bewegen und entspannen, an jeder Station werden an Tafel einzelne Bewegungen vorgestellt und durch originelle Holzfiguren veranschaulicht. Yogamatten sowie mobile Audiogeräte mit Anleitungen können ausgeliehen werden. Wer sich lieber einer Gruppe anschließen möchte, bucht den Kurs „Yoga im Wald“ und erlebt unter fachkundiger Anleitung die energetische Kraft von Wald-Yoga (www.lueneburger-heide.de/12557).



    Waldkräuterey

    Die WaldKräutery und das Walderlebnis Ehrhorn teilen sich ein wunderbares Fleckchen Erde in Schneverdingen. Versteckt im Wald des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide tut sich das uralte Heidjerhaus auf, welches das Walderlebniszentrum beherbergt. Hier treffen Naturerlebnis und Genuss regionaler Köstlichkeiten aufeinander. Neben dem Walderlebnispfad ist es vor allem die Waldkräuterey, die ein anderes Walderlebnis erlaubt. Hier gibt es ,Wildblumenlimonade, Fichtenspitzenknospen und Wildkräuter im Waldlädchen zu kaufen.(https://www.lueneburger-heide.de/7133)