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Wundersamer Herbst – Was passiert da draußen?

4 Naturschauspiele in der Lüneburger Heide und ihr Hintergrund

    Der Herbst beschert uns allerlei erstaunliche Naturspektakel - was hat es damit auf sich?

    Die Blätter färben sich so herrlich bunt, einige Tiere lassen sich zu auffälligem Verhalten hinreißen, ein grauer Nebelschleier legt sich über das Land… Aber warum ist das eigentlich so?
    Unser Heide-Ranger und Diplom-Biologe Jan Brockmann erklärt uns in diesem Beitrag einige der typischen Herbstphänomene, die uns Jahr für Jahr faszinieren und erstaunen.


    Farbenzauber an den Bäumen - Warum färben sich die Blätter im Herbst bunt?


    Im Herbst leuchten die Blätter in den Wäldern der Lüneburger Heide in wunderbarer Farbenpracht. Eine ausgiebige Wanderung ist jetzt ein wunderschönes Erlebnis. Da kommt unterwegs schon mal die Frage auf, warum die Blätter sich im Herbst eigentlich bunt färben.

    Dipl.-Biologe Jan Brockmann: Dies hat mit dem verringerten Licht zu dieser Jahreszeit zu tun. Im Herbst werden die Tage kürzer. Weniger Licht fällt auf die Blätter und auch die Temperaturen sinken. Diese Vorboten des Winters nehmen die Bäume wahr. So wie viele andere Lebewesen bereiten sich die Bäume auf den Winter vor. Sie ziehen alle wertvollen Stoffe aus den Blättern zurück. Dazu gehört auch das Blattgrün. Übrig bleiben nur Stoffe, die die Bäume nicht zum Leben benötigen. So bleibt die gelbe, rote oder braune Färbung der Blätter übrig. Diese Farbstoffe waren auch schon zuvor in den Blättern, sie wurden nur vom saftig-kräftigen Grün überdeckt.

    Tipp! Unser Herbstlaubbaromter versorgt Sie tagesaktuell mit dem Stand der Laubbaumfärbung in der Lüneburger Heide und mit Bildern aus dem goldenen Herbst!

       

    Liebesleben im Wald – Warum röhren die Hirsche im Herbst?  


    Die ersten kühlen Nächte im September läuten in der Lüneburger Heide auch die Zeit ein, in der sich die Hirsche lautstark bemerkbar machen. Vor allem in den Wäldern der Südheide ist das Röhren gut zu hören.

    Dipl.-Biologe Jan Brockmann: Andere Tiere bereiten sich durch das Anlegen von Nahrungsvorräten auf den Winter vor. Für den Hirsch jedoch ist die Herbstzeit eine Leidenszeit für die Liebe. Von Mitte September bis Mitte Oktober kämpfen die Hirsche in den riesigen Waldgebieten der Südheide um den Titel des Platzhirsches. Aus den sonst friedlichen Geweihträgern werden zu dieser Zeit erbitterte Gegner. Ihr lautes Röhren, um die Konkurrenz abzuweisen und die Rudelmitglieder zusammenzuhalten, ist weithin zu hören. Während der Brunftzeit nimmt die größte Wildtierart der Lüneburger Heide keine Nahrung zu sich und schläft nur wenige Minuten am Tag! Übrigens: Die Frau vom Hirsch heißt? Reh? Nein! Hirschkuh!

     

    Vogelzug – Warum ziehen die Vögel im Herbst in den Süden und wie finden Sie dorthin? 


    Im September und Oktober können wir die Zugvögelschwärme in den Lüften der Lüneburger Heide ziehen sehen. Der Vogelzug ist ein faszinierendes Naturschauspiel und erweckt das Interesse vieler Naturliebhaber. Gut geeignete Schauplätze in der Lüneburger Heide sind zum Beispiel die Meißendorfer Teiche, das Postmoor und das Schweimker Moor. Aber warum ziehen die Vögel überhaupt über unsere Region?

    Dipl.-Biologe Jan Brockmann: Die meisten Vögel ziehen in den Süden, weil sie Nahrung suchen. Insekten, Früchte oder Samen sind im Winter in Norddeutschland schwer zu finden, in südlicheren Gefilden gibt es ausreichend davon. Im Sommer wiederum ist es in nördlichen Erdteilen angenehmer, die Jungen großzuziehen, als im heißen tropischen Sommer. Deshalb kommen die Vögel im Frühjahr wieder zurück. Und woher wissen die Vögel, wohin sie fliegen müssen? Die wichtigsten Orientierungshilfen für die Vögel sind die Sonne, die Sterne und das Magnetfeld der Erde. Mit ihrer Hilfe können die Vögel ihre eigene Position und die richtige Zugrichtung feststellen. Zur Wahrnehmung des Magnetfelds dient ein spezieller Rezeptor im Schnabel der Vögel.

     

    Geheimnisvoller Schleier – Warum bedeckt im Herbst oft mystischer Nebel die Landschaft?


    Im Herbst bedeckt häufig ein Nebelschleier die Landschaft und gibt ihr damit ein geheimnisvolles und mystisches Gesicht. Nebelwölkchen, die von Seen, Flüssen und Mooren emporsteigen, verzaubern die Landschaft vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Aber warum ist es zu dieser Jahreszeit eigentlich morgens und abends vermehrt diesig und neblig?

    Dipl.-Biologe Jan Brockmann: Im Herbst werden die Nächte länger. Der Boden kühlt sich ab und auch die Lufttemperaturen sinken. Tagsüber erwärmt sich die Luft dann wieder, der Boden aber bleibt weiterhin kühl. Warme Luft kann sehr viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Die während des Tages erwärmte Luft kühlt sich in Bodennähe nachts wieder stark ab. Irgendwann ist sie so kalt, dass sie einen Teil des Wassers wieder abgeben muss. Diese Wassertröpfchen sind so leicht, dass sie in der Luft schweben – als Nebel.    


    //  FACTS //

    Wer hätte das gedacht! Sicherlich gehen wir bei der nächsten Herbstwanderung schon viel bedachter durch die Natur und erinnern uns an den Hintergrund all dieser faszinierenden Naturschauspiele!

    Schauen Sie doch auch mal vorbei und nehmen eine Auszeit im wundersamen Herbst in der Lüneburger Heide!