Adelheidsdorf: Mutige Siedler - Stolze Reiter. Von der Moorlandschaft zur Pferderegion

    Die 20 km lange Radrundtour "Mutige Siedler, stolze Reiter -

    Von der Moorlandschaft zur Pferderegion" gibt einen beeindruckenden Einblick in die ehemalige Moorlandschaft, deren Besiedlung kaum 200 Jahre zurückreicht. Gräben und Kanäle erinnern an die Geschichte der Urbarmachung. Auf den damals angelegten Feldern und Wiesen wächst heute vorrangig Futter für Pferde, die man häufig am Wegesrand sieht.


    Großmoor - Lebendiger Ort mit Dorfladen und Dorfgemeinschaftshaus


    Großmoor ist Start‐ und Zielpunkt des „Radrundwegs Adelheidsdorf“. Es erwartet Sie ein junger Ort, dessen Besiedlung erst 1914 begann. Seine Geschichte ist eng verknüpft mit der Moorverwaltung, die den Torfabbau sowie die Kultivierung und Besiedlung des Gebietes steuerte. Eines ihrer drei baugleichen Verwaltungshäuser aus dieser Zeit befindet sich gleich nebenan, es beherbergt heute den Kindergarten.


    „Unser Dorfladen“, gegründet 2014 von Bürgern der Gemeinde Adelheidsdorf , stellt einen lebendigen Einkaufs‐ und Treffpunkt in Großmoor dar.
    Auch ein Hofladen mit regionalen Produkten und das Dorfgemeinschaftshaus mit Grillplatz laden zum Besuch und einer Pause ein.


    Rundweg „Bäuerlicher Handtorfstich“

    Verborgene Spuren der Torfgewinnung entdecken


    Eine der ersten Stationen auf dem Radweg ist der Handtorfstich am Kurfürstendamm. Bis in die 1960er Jahre gewannen die Einwohner der Region im Moor ihr Heizmaterial in Form von Torfballen.

    Die freigelegte Abbaufläche inmitten eines kleinen Wäldchens erläutert durch Informationstafeln und Ausstellungsstücke die Geschichte des Torfabbaus.

    Lernen Sie die beschwerliche Arbeit des Torfstechens kennen und erfahren Sie, wie das Land danach als Acker‐ und Wiesenfläche nutzbar gemacht wurde. Unter welchen Bedingungen Moore entstehen konnten und wie sich der Wandel vom Abbau zum Schutz dieser dauerfeuchten baumlosen Landschaft vollzog, wird ebenfalls beleuchtet.


    Kanäle, Wiesen, Pferde
    Landschaftliche Idylle am Wegesrand


    Der „Radrundweg Adelheidsdorf “ führt auf seinem Verlauf durch weite Landschaften: über Felder, Wiesen und Weiden. Besonders charakteristisch sind die vielen Wasseradern, die das Gebiet durchziehen. Die Entwässerungsgräben zeugen von der Trockenlegung der einstigen Moorlandschaft und ziehen heute eine spezielle Tier‐ und Pflanzenwelt an.

    Ebenfalls auffällig ist die Vielzahl an Pferden, die am Wegesrand grasen. Sie bezeugen die wachsende Bedeutung des Reitsports in der Region, die nicht zuletzt durch die seit 1927 bestehende Hengstprüfungsanstalt in Adelheidsdorf beeinflusst wird.

    Dieser tradionsreiche Ausbildungsort für Reitpferde liegt direkt am Radweg.


    Charakteristik

    Länge der Tour: 20 km


    Wegebeschaffenheit: gut befestigte Radwanderwege, überwiegend asphaltierte Wirtschafts- und Radwege


    Ausschilderung: der ganze Weg ist mit dem abgebildeten Piktogramm gekennzeichnet


    Radempfehlung:

    Trekking- / Tourenrad


    weitere Informationen:

    Samtgemeinde Wathlingen
    Am Schmiedeberg 1
    29339 Wathlingen
    Tel. 05144 4910
    info@wathlingen.de
    www.wathlingen.de

    www.region‐celle‐navigator.de


    Streckenverlauf:

    In Großmoor beginnt unsere 20 km lange Radtour am Dorfgemeinschaftshaus, das 1981
    errichtet wurde.

    Vom angeschlossenen Grillplatz erhaschen Sie einen Blick über das
    ehemalige „Große Moor “, das dem Ort seinen Namen gab. 1915 errichtete hier die
    staatliche Moorverwaltung die ersten drei Häuser, eines davon beherbergt heute den
    Kindergarten.
    Der Kurfürstendamm führt zu einem rekonstruierten Hand‐Torfstich,
    der noch bis etwa 1964 in Betrieb war.

    Auf einem kleinen Rundweg erfahren Sie , unter welchen Bedingungen Torf
    im Boden entstand, wie dieser Brennstoff abgebaut wurde und welche landschaftlichen
    Veränderungen damit einher gingen . Am Originalschauplatz wird die schwere Arbeit der Torfgewinnung und die Besiedlung der einst menschenleeren Region verdeutlicht.

    Vorbei an einem Reiterhof und weiteren Hofstätten gelangen Sie zum Adamsgraben. Er wurde bereits Ende des 16. Jahrhunderts angelegt und ermöglichte die Trockenlegung und somit auch die Kultivierung des Großen Moores.

    Von der nahe gelegenen Brücke können Sie auf das Landschaftsschutzgebiet Hastbruch blicken. Es ist mit 1.657 Hektar eines der größten zusammenhängenden Grünlandgebiete der Region Hannover und besonders wertvoll für geschützte Bodenbrüter, wie das Schwarzkelchen oder den Brachvogel.

    Der kleine Ort Dasselsbruch empfängt uns mit dörflicher Idylle. Hier fällt das stattliche Gutshaus ins Auge, das aus den 1860er Jahren stammt. Durch eine malerische Lindenallee gelangen Sie wieder hinaus aufs Feld.
    Bei Witttekop streifen Sie den Fuhsekanal , der seit 1769 das Hochwasser der Fuhse um Celle herumleitet.

    Reithallen und Pferdekoppeln am Wegesrand kündigen die Hengstprüfungsanstalt an. Auf dem Niedersächsischen Landgestüt werden Zuchthengste ausgebildet.
    Wir erreichen Adelheidsdorf , das sich über mehrere Kilometer rechts und links der
    Hannoverschen Straße ausdehnt. Der Ort wurde 1931 nach Adelheid von Sachsen‐
    Meiningen benannt. Der Königin von Hannover, Großbritannien und Irland verdankt auch die australische Stadt Adelaide ihren Namen.

    Hier begann vor rund 200 Jahren die Besiedlung des Großen Moores. Im Ort finden wir Grundschule, Mehrzweckhalle und Tennisplatz. Entlang eines kleinen Wäldchens fahren wir nach Süden, vorbei am Werk eines Autozulieferers, dem größten Arbeitgeber der Gemeinde. Aufgrund seiner günstigen Verkehrslage und der wirtschaftlichen Anbindung ist der Ort in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen.
    Bald überqueren wir die Brücke der Neuen Aue, von hier lohnt ein Blick über die so
    genannten Bohlwiesen Richtung der B3.

    Über diese früher unpassierbare Moorfläche führte nur ein schmaler Bohlenweg. Wenn im Frühjahr und Herbst die Wiesen unter Wasser stehen, kann man den einstigen Sumpfcharakter nachempfinden – und mit etwas Glück Kranich, Storch und Kiebitz beobachten.
    Nach dem Überqueren der Bahngleise treffen wir auf die Mädchenwiese. Ihr Name verweist nicht auf „Mädchen“, sondern auf Cordt Metgen aus Engensen, dem es gelang, die erste Torfabbaufläche als Mähwiese zu nutzen.
    Nun sind wir zurück in Großmoor . Wir passieren die Martinskirche, die 1953 errichtet wurde. Bemerkenswert sind die drei kleinen Bronzeglocken mit ihrem bezaubernden Klang sowie das Storchennest auf dem Kirchturm. Einen Besuch wert ist auch der Dorfladen, eine Initiative der Dorfgemeinschaft, der nicht nur Einkaufsort und Poststelle, sondern auch ein gemütlicher Treffpunkt ist.