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Wathlingen: Alte trifft neue Energie - Ländliche Idylle im Land der nickenden Pferde (35 km)

    In einem beschaulichen Mosaik aus Wäldern, Hecken, Feldern und Wiesen begegnen Ihnen viele Spuren der Energiegewinnung: von Erdölförderpumpen, die an nickende Pferde erinnern, über den Brennstoff Torf bis zu den Windrädern und Solaranlagen.
    Ein Blickfang auf dieser 35 km langen Radrundtour ist der Kalimandscharo, wie die alte Kalihalde auch genannt wird.

    Besonderheiten auf dieser Tour

    Torfabbau 
    Torf diente zum Heizen und Kochen

    Die Bewohner von Großmoor und Adelheidsdorf gingen bis ca. 1964 noch ins Moor, um Torf zum Heizen und Kochen zu stechen.

    Die Torfschicht war bis zu 1,80 m tief. Durch die vorangegangene Trockenlegung konnten die Flächen begangen werden, ohne zu versinken. Der Torf wurde Schicht um Schicht mit einem scharfen, langen Spaten in kleine, rechteckige Ballen gestochen und zum Trocknen gestapelt.

    Weil der Torf im großen Moor Richtung Ehlershausen nasser war, musste er vor dem Trocknen noch „gebacken“ werden. Dafür wurde das Torf-Wasser-Gemisch in Holzformen gefüllt. Nach kurzer Entwässerungszeit konnten diese Ballen dann ebenfalls ohne Rahmen aufgeschichtet werden.

    Die heizfertigen Torfballen wurden nach einer Trockenzeit von zwei Monaten mit kleinen Loren auf Schienen aus dem Moor gefahren. Einige Landwirte setzten auch Pferde ein. Sie trugen schneeschuhähnliche Platten unter den Hufen, damit sie nicht einsanken.

    Im Heimatmuseum Nienhagen erfahren Sie mehr über den früheren Torfabbau in der Region.


    Kaliberg 
    Halde erinnert an Kaliwerk

    Die Abraumhalde, das rund 83 m hohe Wahrzeichen Wathlingens, erinnert an das ehemalige Kaliwerk, das vielen Generationen von Bergleuten Arbeit gab.

    Während der Salzberg – liebevoll auch „Kalimandscharo“ genannt – in der Sonne weiß leuchtet, schimmern seine Tonanteile bei Regen bräunlich. Der Abbau von Kalisalz und Steinsalz begann im Jahr 1910 mit der erfolgreichen Bohrung bis in 700m Zieltiefe.

    Nach der Stilllegung im Jahr 1996 wurde der Förderturm gesprengt. Zur Flutung der unterirdischen Hohlräume wird Flusswasser der Fuhse sowie das gesammelte Sickerwasser des Salzberges in den Schacht eingeleitet. Für die Zukunft ist eine Abdeckung und Begrünung der Halde sowie die Nutzung als Naherholungsgebiet geplant.

    Der Verein Kalibahn Niedersachsen Riedel e.V. setzt sich für den Erhalt der Kalibahn ein. Die Vereinsmitglieder halten die Gleise in Stand und bieten im Sommer Fahrten mit der Fahrraddraisine, Handhebeldraisine oder Großdraisine an.
     

    Erdölfeld Nienhagen
    „Schwarzes Gold“ sprudelt bis heute

    Nienhagen ist bekannt für seine reichen Erdölvorkommen. Erstmals entdeckt wurde das „schwarze Gold“ hier im Jahre 1889. Der Bohrpionier Anton Raky aus Salzgitter gründete Ende der 1920er Jahre die erste Nienhagener Bohrgesellschaft. Die Bohrung Aue 1 war 1931 mit 1.322 m die tiefste Bohrung Deutschlands. Zur Geschichte der Erdölförderung gehört auch der große Brand von 1934, bei dem sechs Arbeiter starben und viele verletzt wurden. Seit der Entdeckung fanden in Nienhagen über 1.000 Bohrungen nach Erdöl statt und mehr als 300 Fördertürme wurden errichtet. Auch heute wird im Nienhagener Ölfeld noch Erdöl gefördert.

    Charakteristik

    Länge der Tour: 35 km

    Wegebeschaffenheit:
    überwiegend asphaltierte Rad- und Wirtschaftswege, befestigte Wege

    Ausschiderung:
    Die Tour ist durchgehend mit dem Picktogramm gekennzeichnet.

    Startpunkt:
    Parkplatz am 4 Generationen Park Wathlingen
    Kantallee 8, 29339 Wathlingen
    Position: (N: 52.537511312, E: 10.142720413)

    weitere Informationen:
    Samtgemeinde Wathlingen
    Am Schmiedeberg 1, 29339 Wathlingen, Tel. 05144 4910

    Tourenbeschreibung

     
    Startpunkt der Tour ist der „4 Generationen Park“ in Wathlingen.
    Dieses moderne Bauwerk mit Restaurant, Kino, Bibliothek und Jugendtreff dient als Treffpunkt der Generationen. Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren finden im    „4 Generationen Park“ verschiedene Angebote. Die Schüler der nahe gelegenen Oberschule gehen hier in die Mensa.

    Auf dem Weg nach Papenhorst fällt der Blick links auf den Salzberg, die einstige Abraumhalde des Kaliabbaus.

    Nun radeln Sie durch das Naturschutzgebiet „Brand“, in dem Auwaldreste bewahrt werden. Alte Schienen erinnern an die ehemalige Kalibahn.

    Im Anschluss an den Wald sehen Sie in der nahen Feldflur die ersten Windräder.

    Der Aussichtsturm der Renaturierungsfläche lädt zum Weitblick ein.

    Vor dem Ortseingang von Nienhorst sehen Sie linkerhand ein Storchennest und rechts noch vereinzelt alte Erdöl-Förderpumpen, die an nickende Pferde erinnern.

    Auf dem Erdölfeld Nienhagen wird bis heute Erdöl gefördert.

    Artenreiche Baumreihen und eine Birkenallee begleitet Sie nach Großmoor, wo ein Storchenpaar sein Nest auf der Martinskirche gebaut hat, die Anfang der 1950er Jahre errichtet wurde.

    Der Kurfürstendamm führt Sie zum rekonstruierten Hand-Torfstich. Bis etwa 1964 wurde hier noch Torf gestochen. Informationstafeln am Wegesrand  berichten hier über die Geschichte des Torfabbaus.

    Bei Dasselsbruch fahren Sie durch eine malerische Lindenallee und dann weiter über den Fuhsekanal, der seit 1769 das Hochwasser der Fuhse um Celle herumleitet.

    Nach einem kurzem Stück durch das Gewerbegebiet Wittekop gelangen Sie auf die ehemalige Bahntrasse. Am Weg erinnern Tafeln an einen Torfschiffgraben, auf dem früher der Brenn-Torf von Großmoor nach Celle transportiert wurde. In der Nähe befindet sich auch die Fundstelle eines Grabhügelfeldes.

    Bald darauf lohnt ein Abstecher zum historischen Hof Wietfeldt, der zu ländlichem Gaumenschmaus und Kulturgenuss einlädt.

    Nienhagen empfängt Sie mit einem Disc-Golf-Park. Diese Sportart funktioniert wie Minigolf – nur mit Frisbee-Scheiben.

    In Nienhagen erwartet Sie neben dem Heimatmuseum der frei zugängliche Sinnesgarten mit Blumenbeeten, Sitzecken und Fitnessgeräten.

    Rechts an der Straße hinter Nienhagen sehen Sie noch einmal eine Erdöl-Pumpe in Form eines nickenden Pferdes.

    Bald begrüßt Sie die liebevoll gestaltete Naturkontaktstation mit Insektengarten, Teichlandschaft und Weidenhüttendorf (Öffnungszeiten unter Tel: 05144 49141). Hier können Sie Natur mit allen Sinnen erleben. Lassen Sie sich die Augen öffnen und entdecken Sie die Schönheit und den Wert der Natur vor der Haustür.

    Zurück in Wathlingen fahren Sie an historischen Fachwerkhöfen mit stattlichen Alteichen vorüber. Sehenswert ist auch die evangelische St.-Marien-Kirche mit ihrem Fachwerkturm, die zu den ältesten Gebäuden im Ort zählt.

    Über die L 311 haben Sie Anschluss an die Flotwedel-Rundtour (60 km).