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Celle: otto haesler - Neues Bauen im Bauhausstil

Celle
Italienischer Garten
Italienischer Garten
Altsädter Schule
Die Direktorenvilla
Rektorwohnhaus
Siedlung Georgsgarten
Siedlung Blumlägerfeld
Wohnhausgruppe Waack
Der Bauhaus-Vater in Celle war der Architekt und Baumeister otto haesler (1880-1962), der den Bauhaus-Gedanken entwickelte und in der Celler Architektur etablierte. Neben Walter Gropius und Hannes Meyer gehört er zu den Pionieren und Wegbereitern des Neuen Bauens bzw. der Bauhaus-Architektur. Sein Schaffen als Baumeister und Siedlungsarchitekt brachte ihm internationale Reputation ein. In Celle arbeitete haesler von 1906 bis 1933 als freischaffender Architekt. So hat Celle seinen Gästen in Sachen Bauhaus einiges zu bieten. otto haeslers Siedlungen und Bauwerke prägen bis heute das Stadtbild. Seine sieben in den Jahren von 1924 bis 1930 in Celle entstandenen Bauten und Siedlungen sind überwiegend im Originalzustand erhalten und werden fast alle in ihrer ursprünglichen Funktion genutzt.

Architekt und Baumeister otto haesler (1880 – 1962) gehört zusammen mit Walter Gropius, Bruno Taut und Mies van der Rohe zu der Architekturgeneration, die das Neue Bauen in der Weimarer Republik geprägt haben. Von 1906 bis 1934 in Celle tätig, lassen sich die gesellschaftlichen Umbrüche in diesen Jahren an der persönlichen und fachlichen Entwicklung Haeslers von den ursprünglichen Heimatstilbauten hin zum radikalen Neuen Bauen idealtypisch ablesen und nachvollziehen. Nach dem Ersten Weltkrieg hat sich Haesler intensiv mit dem sozialen Wohnungsbau auseinander gesetzt. Unter Einbeziehung der modernen architektonischen Strömungen konnte er früher als andere Kollegen seine Ideen in gebaute Architektur umsetzen. So entstand 1924/25 die erste Siedlung der Weimarer Republik, die konsequent die moderne Formensprache verwandte und farbig gestaltet war. Schon bald nach seiner Fertigstellung galt der Italienische Garten als die erste Wohnsiedlung des Neuen Bauens in  Deutschland.

1925/26 folgte ein weiterer Meilenstein in der Architekturgeschichte, die Siedlung Georgsgarten, ebenfalls in Celle. Mit dieser Siedlung setzte Haesler die offene Zeilenbauweise, die verbindliche Nord-Süd-Ausrichtung der Blöcke und die dadurch bedingte Ost-West-Besonnung der Wohnungen im modernen Wohnungsbau durch. Sein wohl bedeutendstes Einzelbauwerk ist die Altstädter Schule (1927/28) nebst Rektorenhaus. Die Bedeutung der Schule in der  Architekturgeschichte des Neuen Bauens wird auch durch die Einordnung in die Rangliste der internationalen Vereinigung docomomo unterstrichen. Mit diesen drei Bauten in Celle gelang Haesler der Sprung vom „unbekannten Provinzbaumeister“ zu einem der bekannten Architekten des Neuen Bauens in Deutschland.

Weitere herausragende Werke sind u.a. die Wohnhausgruppe Waack (1927) und die Siedlung Blumläger Feld (1930) sowie die Direktorenvilla (1930) in Celle und weitere Siedlungen u.a. in Kassel, Rathenow und Karlsruhe. Durch seine Bauten wurde Celle in den zwanziger Jahren zu einem der vielbesuchten Zentren des Neuen Bauens neben Berlin, Frankfurt a.M., Magdeburg und Karlsruhe. Die Bezüge zum Bauhaus waren durch verschiedenste Bauhausschüler als Mitarbeiter seines Büros sowie durch die ihm angetragene Nachfolge von Hannes Meyer als Leiter des Bauhauses Dessau eng und sind zudem an seinen Bauten ablesbar.

Haeslers Einzelbauten und Siedlungen in Celle lassen sich in Celle weiterhin besichtigen. Führungen zu Fuß, per Rad oder mit dem Segway entlang des Haesler-Rundwegs und ein Besuch des Otto Haesler-Museums lassen seine Architektur lebendig werden. Für das Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 sind zudem weitere Veranstaltungen und Aktivitäten geplant.