Hörst Du die Stille? Die Ruhe der Natur?

Lüneburger Heide - eine Oase der Ruhe

    Anhaltender Lärm schädigt Herz und Kreislauf, sagt Christian Baumbach, Chefarzt am Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen. Umso wichtiger sind Regenerationsphasen ohne Lärmbelastung für Körper und Geist. Die Lüneburger Heide bietet mit ihren beiden Naturparken und dem autofreien Naturschutzgebiet rund um den Heideort Wilsede stille Rückzugsorte für Menschen die Ruhe suchen.


    Jedes Jahr gibt es den „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“  


    Ziel dieses Aktionstages ist es, auf Ursachen und Auswirkungen von Lärm hinzuweisen. Denn die Folgen anhaltender Lärmbelastung auf das Herz-Kreislaufsystem sind gravierend und können bis zum Herzinfarkt führen, sagt Christian Baumbach, Chefarzt am Herz- und Gefäßzentrum in Bad Bevensen. „Ruhephasen und Zeiten ohne Lärmbelastung sind wichtig, damit sich unsere Schlagaderblutgefäße wieder entspannen können. […] Diese Ruhephasen ermöglichen sowohl ein Absinken der Herzfrequenz als auch der Blutdruckwerte“  


    Stille ohne Autolärm

    In völliger Stille, fernab von Abgasen und Autolärm liegt das 23.440 Hektar große autofreie Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit den größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas. Es ist das Herzstück der Lüneburger Heide und nur zu Fuß, mit der Pferdekutsche oder dem Fahrrad zu erreichen. Eine Oase der Ruhe, in der man außer dem Gezwitscher der Vögel nur den knirschenden Sand unter den Füßen und hin und wieder das Blöken einer Heidschnucke hört. Ob Wanderungen oder entschleunigende Spaziergänge, die Landschaft mit ihren mystischen Mooren, duftenden Laubwäldern und glasklaren Heidebächen bietet Urlaubern und Gästen Ruhe und Erholung. 


    Eintauchen in die Natur

    Quer durch das autofreie Naturschutzgebiet führt der Wanderweg „Lila Krönung“ und verbindet auf einer Strecke von 46 Kilometern die beliebten Urlaubsorte Amelinghausen und Schneverdingen. Der Weg kann etappenweise erlebt werden und ist besonders beliebt während der Heideblüte, wenn die Heideflächen in kräftigem Lila leuchten. Wer einen Tagesausflug ins Schutzgebiet plant, findet in Heideorten Niederhaverbeck und Oberhaverbeck öffentliche Parkplätze, oder reist mit Bus oder Bahn an. Ein kurzes Eintauchen in die Stille der Natur bietet die 4,5 Kilometer lange Strecke vom Parkplatz Niederhaverbeck zum 169 Meter hohen Wilseder Berg, von dessen Gipfel man einen spektakulären Rundumblick in die unberührte Heidelandschaft genießen kann. Von dort geht es über weiche Sandwege ins autofreie Heidedorf Wilsede mit seinen reetgedeckten Gebäuden und Hofanlagen, wo Cafes und Restaurants zum Entspannen einladen. 


    Übernachtungen inmitten der Natur bieten die ausgesuchten Unterkünfte der Hotelkette "NATUROTEL", die sich durch ihre besondere Lage in der Natur, ihre Abgeschiedenheit und Nachhaltigkeit auszeichnen.


    Achtsamkeit und Ruhe in Bad Bevensen

    In der östlichen Lüneburger Heide liegt das renommierte Mineralheilbad Bad Bevensen, das nicht nur medizinische Kompetenz in den vier Kurkliniken, sondern auch Urlaubern und Besuchern ein abwechslungsreiches Gesundheitsprogramm bietet. Der Kurs „Wald-Wellness“ zum Beispiel lädt ein zu einem einstündigen Spaziergang in den Wald, bei dem der Fokus auf Achtsamkeit, Sinneswahrnehmung, bewusstem Atmen und leichten Bewegungsübungen liegt. Um Meditation, Entspannung und Bewegung geht es bei den QiGong-Angeboten im 12 Hektar großen Bad Bevensener Kurpark. Zwischen rund 500 Bäumen und dem plätschernden Heideflusses Ilmenau wird im idyllischen Ambiente die Ruhe genossen und Lebensenergie gestärkt. 




    „Lärm schädigt das Herz-Kreislaufsystem“


    Interview mit Dr. Christian Baumbach, Chefarzt der Klinik für kardiologische und angiologische Rehabilitation am Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen.


    Welchen Einfluss hat eine dauerhafte Lärmbelastung auf den menschlichen Körper?


    Baumbach: „Die Belastung durch Lärm führt in den Schlagaderblutgefäßen des Menschen zu Funktionsstörungen, die insbesondere die Fähigkeit der Blutgefäße zur Gefäßerweiterung in den Ruhephasen stören. Darüber hinaus wird das Risiko für Bluthochdruck und atherosklerotische Gefäßveränderungen, sogenannte Gefäßverkalkungen, begünstigt“.


    Sind Menschen in Großstädten und Ballungszentren besonders gefährdet?


    Baumbach: „In einer Großstadt kommt zum Lärm häufig auch eine hohe Luftverschmutzung. Diese Kombination erhöht das Risiko für Entzündungsreaktionen im Körper, die ebenfalls Bluthochdruck und Gefäßverkalkungen begünstigen können“.


    Wie reagiert das Herz auf Lärm?


    Baumbach: „Durch jahrelange Lärmbelastung ist der Herzmuskel einem erhöhten Risiko für Schlagadergefäßveränderungen oder Verschlüssen ausgesetzt, die in der Folge eine koronare Herzerkrankung bis hin zum Herzinfarkt auslösen können. Im Vergleich tritt dieses Problem bei Menschen mit jahrelanger Lärmbelastung etwa um 10 Prozent häufiger auf, kommt noch psychischer Stress hinzu sind es 15 Prozent“. 


    Gibt es noch weitere Risiken?


    Baumbach: „Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko für das sogenannte Vorhofflimmern, einen unregelmäßigen Herztakt, das wiederum weitere Gesundheitsprobleme nach sich ziehen kann“.


    Wie kann man sich schützen?


    Baumbach: „Ruhephasen und Zeiten ohne Lärmbelastung sind wichtig, damit sich unsere Schlagaderblutgefäße wieder entspannen können. Außerdem sollten wir für ausreichende Möglichkeit sorgen, dass der Blutkreislauf ausreichend im Ruhe- und Pausenmodus arbeiten kann, zum Beispiel im Schlaf. Diese Ruhephasen ermöglichen sowohl ein Absinken der Herzfrequenz als auch der Blutdruckwerte“.