Königin Caroline Mathildes Geliebter: Verhaftung nach dem Maskenball

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Königin Caroline Mathildes Geliebter: Verhaftung nach dem Maskenball

Spannende Geschichte im Schloss Celle

    Im Celler Schloss können Sie die Geschichte nacherleben. Eine besonders tragische Entwicklung möchten wir hier erzählen.


    Mit seiner Krönung 1714 begründete der lüneburg-braunschweiger Kurfürst Georg I. eine lange Tradition von deutschen Königen auf dem englischen Thron. Bis 1901 hielt diese Verbindung, zuletzt regierte Königin Victoria aus dem Geschlecht der Welfen.


    Das Schloss Celle gehört zu den Welfen-Schlössern und so gibt es auch aus Celle eine Verbindung zu den englischen und dänischen Höfen.




    Die tragische Geschichte von Königin Caroline Mathilde von Dänemark:



    Caroline Mathilde von Hannover, Tochter des verstorbenen Prinzen von Großbritannien, war Königin von Dänemark und Norwegen von 1766 bis 1772.


    Caroline Mathilde war die jüngste Tochter von Friedrich Ludwig von Hannover und Augusta von Sachsen-Gotha, Schwester des Prinzen von Wales und später englischen Königs Georg III.


    Ihr Vater war unerwartet drei Monate vor ihrer Geburt gestorben und sein Titel auf ihren Bruder übergegangen.


    Im Alter von 13 Jahren wurde sie, ohne ihr Wissen, mit Christian VII., ihrem Cousin 1. Grades und dänisch-norwegischem König, verlobt.


    Ihr Bruder, König Georg III., war gegen diese Verbindung, und zwar ohne von der Geisteskrankheit seines künftigen Schwagers zu wissen. Trotzdem wurde am 1. Oktober 1766 in London „per procurationem“ die Ehe geschlossen.

    Die Hochzeit folgte am 8. November 1766 im Schloss Christiansborg. Die Braut war fünfzehn Jahre alt, der Bräutigam siebzehn Jahre.


    Caroline Mathilde hatte Familie und Heimat verlassen müssen. Ihr Gemahl war kein Ersatz, denn in der ersten Zeit der Ehe nahm er kaum Notiz von ihr, sondern vergnügte sich bald auch mit seiner sado-masochistischen Geliebten Anna Cathrine Benthagen.

    Knapp vierzehn Monate nach der Hochzeit, am 28. Januar 1768, brachte Caroline Mathilde ihr erstes Kind zur Welt, den Kronprinzen und späteren König von Dänemark und Norwegen Friedrich VI.


    Im Mai desselben Jahres unternahm Christian VII. eine längere Reise durch Europa mit Aufenthalten in Altona, Paris und London, während Caroline Mathilde den Sommer auf Schloss Frederiksborg mit ihrem neugeborenen Kind verbrachte. Während dieser Zeit begann sie, sich in das Hofleben einzufügen.


    Der König kehrte am 12. Januar 1769 nach Kopenhagen zurück, brachte Johann Friedrich Struensee als Leibarzt an seinen Hof und ernannte ihn später zum Minister. Er hatte Struensee zu Beginn seiner Reise in Altona kennengelernt. Struensee war offenbar in der Lage, mit der geistigen Instabilität des Königs umzugehen, und der König entwickelte ein besonderes Vertrauen zu ihm.


    Caroline Mathilde war unglücklich in ihrer Ehe mit Christian, der sie wenig beachtete und dessen Geisteskrankheit sich immer deutlicher ausprägte.


    Sie verliebte sich in Struensee und begann mit ihm im Frühling des Jahres 1770 eine Liebesbeziehung, die dem König anscheinend gleichgültig, vielleicht sogar willkommen war. So ergab sich eine harmonische Ménage à trois.


    Gerüchte über das Verhältnis der Königin mit Struensee mehrten sich und gingen bis zu dem Verdacht, das Paar wolle den König und dessen Stiefmutter beseitigen, um heiraten zu können. Zudem wirkte Struensee als Minister im Sinne der Aufklärung und minderte die Macht des Adels.


    Interessierte Adelige spielten der Stiefmutter des Königs, Juliane Marie von Braunschweig-Wolfenbüttel, ein Dokument zu, das über ein Komplott berichtete, mit dem der König zur Abdankung gezwungen werden sollte.


    Struensee solle den Staatsstreich genauestens vorbereitet haben, Christian VII. solle am 28. Januar verhaftet und zur Abdankung gezwungen werden. Der offizielle Hofberichterstatter, Peter Suhm, überreichte Juliana die Kopie des angeblich geheimen Papiers, das aus Struensees Tresor sein sollte.


    Mit dieser Verdächtigung wurde Struensee nach einem im Kopenhagener Schloss stattgefundenen Maskenball am 17. Januar 1772 um 4 Uhr morgens verhaftet, die Königin kam in Schutzhaft nach Schloss Kronborg.


    Am 8. März 1772 (noch nicht 21 Jahre alt) wurde ihr ein Geständnis Struensees vorgelegt und sie selber unterschrieb ein bereits vorbereitetes Geständnis, nachdem man ihr Hoffnung gemacht hatte, dass sie damit möglicherweise Struensees Leben retten könne.


    Am 14. März wurde das Scheidungsverfahren eröffnet, bei dem Caroline Mathilde allerdings nicht aussagen durfte und dessen Urteil schon vor Beginn feststand.


    Struensees Verfahren begann am 21. April 1772. Ihm wurden neben dem Verhältnis zu Caroline Mathilde Hochverrat, Amtsanmaßung und Bereicherung vorgeworfen. Schon am 15. April (sechs Tage vor Beginn des Verfahrens) wurde er schuldig gesprochen, die Hinrichtung jedoch geschah erst eine Woche später: am 28. April 1772.


    Nachdem ihre Ehe mit dem König aufgelöst worden war, wurde Caroline Mathilde von ihren Kindern getrennt und nach Celle verbannt.


    Dort hielt sie Hof im Schloss Celle. Täglich besuchte sie die Stadt, nur in Begleitung ihrer einzigen Hofdame Louise von Plessen, und suchte den Kontakt zu den verschiedensten Menschen, praktizierte in Celle, was sie in Kopenhagen von Struensee gelernt hatte – ihr kleiner Hof stand allen Schichten der Bevölkerung weit offen und ihre Gesellschaften wurden durch interessante Persönlichkeiten aus dem Bürgerstand belebt.


    Die zuvor für ihre Schönheit bekannte Caroline Mathilde flüchtete sich in das Essen und nahm stark zu. Sie lebte in der Hoffnung, ihr geschiedener Mann werde aufgrund seiner Geisteskrankheit des Thrones enthoben und sie werde nach Dänemark zu ihren Kindern zurückkehren dürfen. Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt.


    Schon drei Jahre später, am 10. Mai 1775, starb Caroline Mathilde überraschend an Scharlach, noch nicht 24 Jahre alt. Mathildes Leichnam wurde wegen der Infektionsgefahr noch am selben Tag neben dem Grab ihrer Urgroßmutter Sophia Dorothea beigesetztin der Fürstengruft in der Stadtkirche St. Marien in Celle.


    Caroline Mathildes tragische Liebesaffäre mit Johann Friedrich Struensee ist mehrfach in England, Deutschland und Dänemark verfilmt worden.


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