Eschede, Naturpark Südheide: Dem Förster über die Schulter geschaut

    Die Wanderungen des W12 "Dem Förster über die Schulter geschaut" führen durch die ausgedehnten Wälder in der Umgebung von Queloh. In der hügeligen Waldlandschaft lässt sich allerorts das Wirken der Forstleute erkennen.

    Die Arbeit der Forstwirtschaft


    Nach der Brandkatastrophe im Jahre 1975 musste hier großflächig wieder aufgeforstet werden. Gut zu erkennen ist die einheitliche Altersstruktur vieler Anpflanzungen.

    Auf den nährstoffarmen Sandböden wurden hauptsächlich Nadelgehölze gepflanzt:

    • Kiefer

    • Fichte

    • Lärche

    • Douglasie


    Vereinzelt wurden aber auch Laubgehölzparzellen angelegt:

    • Stiel- Eichen
    • Rot-Eichen
    • Robinien

    Brandschutzschneisen unterbrechen stellenweise den Wald, damit mögliche Waldbrände dort aufgehalten werden können. Vielerorts weisen alte Flurnamen darauf hin, dass sich in der Vergangenheit im näheren Umfeld Hofstellen befunden haben und das Gebiet zumindest dünn besiedelt war. Außer den Flurnamen deutet heute allerdings nichts mehr auf das Vorhandensein der Höfe hin.


    Die Bewirtschaftung in Schlägen

    Die Forstwirtschaft teilt die Wälder zur Vereinfachung der Bewirtschaftung in Abteilungen oder Schläge ein, deren Grenzen oft gut in Form von Schneisen zu erkennen sind. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurden die Wälder bevorzugt schlagweise bewirtschaftet. So durchlief zum Beispiel ein Kiefernbestand innerhalb von 80 bis 120 Jahren einen Zyklus von der Anpflanzung über die Dickung, das Stangenholz und das Baumholz bis zum Altholz. Hatten die Bäume ein gewisses Alter und somit eine bestimmte Stammstärke erreicht, wurde der ganze Schlag gefällt. Es wurde also ein Kahlschlag vorgenommen.


    Im Anschluss daran wurde die Fläche wieder aufgeforstet und der Zyklus wiederholte sich. Etwa alle zehn bis zwanzig Jahre wurden die Bestände durchforstet, in dem die Bäume von schlechter Holzqualität und die Bedränger besonders wertvoller Bäume entnommen wurden. Diese Pflegeeingriffe finden auch in heutigen Wäldern statt.


    Die Forstwirtschaft im Wandel

    Heutzutage wird vielfach auf Kahlschläge verzichtet. Stattdessen erfolgt eine so genannte einzelstammweise Holznutzung. Es werden dabei einzelne Bäume, die eine gewisse Stärke erreicht haben, gefällt. In die so entstehenden Lücken können die bisher im Unterstand stehenden Bäume hinein wachsen, während sich auf dem Boden die ersten Keimlinge der übernächsten Generation entwickeln.


    Anbau verschiedener Baumarten

    Die Kiefer gilt gemeinhin als der Brotbaum der Forstwirtschaft in der Heide. Sie entwickelt auf den meist armen und trockenen Böden noch gut verwertbares Holz, das überwiegend in der Industrie Abnehmer findet, sich aber auch für den Bau von Möbeln, Fenstern und Türen eignet.


    Auch die Douglasie, ein Nadelbaum aus Nordamerika, kommt mit den Ausgangsbedingungen gut zurecht und zeichnet sich durch hohe Zuwächse aus. Das Holz der Douglasie ist sehr dauerhaft und widerstandsfähig, weshalb es oft im Außenbereich für Zäune oder Terrassenböden Verwendung findet.


    Gleiches gilt für das Holz der Lärche. Im Zuge der Aufforstungen nach dem Waldbrand 1975 wurden sowohl die in den Alpen heimische Europäische Lärche als auch die Japanische Lärche in der Heide angebaut. Neben den gewünschten Holzerträgen soll die Lärche, die größtenteils in breiten Streifen angepflanzt wurde, die schnelle Ausbreitung von Waldbränden verhindern. Da die Lärche in jedem Winter ihre Nadeln verliert, verhindert die Nadelstreu einen dichteren Aufwuchs von Sträuchern und lässt dadurch Feuer kaum entstehen.


    Auch mit der Fichte wurden Teile der Brandflächen aufgeforstet. Ihr Holz wird in den Sägewerken vor allem zu Bauholz verarbeitet. Der Anbau der Rot-Eiche, die ursprünglich aus Nordamerika stammt, sollte zeigen, ob auf den armen Heideböden auch gewinnbringenderes Laubholz gedeiht. Zudem sollte durch Einmischen von Laubhölzern auch die Waldbrandgefahr herabgesetzt werden.


    Als weitere Laubbaumart, die aus Nordamerika stammt, fand auch die Robinie Eingang in die Heidewälder. Sie gilt als sehr anspruchslos und vermag selbst auf ärmsten Böden zu wachsen. Robinienholz ist sehr widerstandsfähig und wird meist im Außenbereich verbaut.


    Erlen werden dort angepflanzt, wo andere Baumarten aufgrund von Bodennässe nicht gedeihen. Das Holz der Erle wird als Brennholz sehr geschätzt. Aus astfreiem Erlenholz werden aber auch Furniere für die Möbelindustrie produziert.


    Das Wichtigste der Tour in Kürze

    • ausgedehnte, leicht hügelige Waldgebiete
    • Einblicke in die Fortwirtschaft

    Charakteristik

    Länge der Touren

    Kurze Tour: 4,7 km

    Mittlere Tour: 9,4 km

    Lange Tour: 13,6 km

    Die drei Touren des Wandergebietes W 12 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen ist die kurze Tour mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour mit einem heidefarbenen großen Kreis.

    Streckenprofil
    Die Wanderung führt hauptsächlich durch ausgedehnter Wälder auf schmalen Waldwegen.

    Ausgangspunkt

    Vom Wanderparkplatz werden drei unterschiedlich lange Wandertouren angeboten.

    Anfahrt zum Parkplatz „Queloh”

    An der L 281 zwischen Queloh und Starkshorn befindet sich der

    Parkplatz „Queloh”. Von Eschede in Richtung Oldendorf nach ca.

    6,4 km auf der rechten Seite.

    Position: N 52° 46.83055', E 010° 11.30929'


    Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch im Region Celle Navigator.

    Etappen

    Tourkarte

    Nach dem Download übertragen Sie die GPX-Datei einfach auf Ihr GPS Navigationsgerät.