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Wanderweg: Kieselgur – Das Gold der Heide (6,6 km)


©© Dominik Ketz
Wanderer in der Oberoher Heide
Wanderpiktogramm Wanderweg Kieselgur
©Lüneburger Heide GmbH / Dominik Ketz
Wandern in der Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
Heidschnucken
Luftaufnahme der Oberoher Heide
Luftaufnahme der Oberoher Heide
©Thorsten Link/Lüneburger Heide GmbH
Kieselgurteich in der Oberoher Heide
©MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Kieselgur-Teich bei Oberohe
©MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Kieselgur-Teich in der Oberoher Heide
©Lüneburger Heide GmbH / Dominik Ketz
Heidschnuckenherde in der Oberoher Heide
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©© Dominik Ketz
Am Kieselgurteich in der Oberoher Heide
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Waldrand an der Oberoher Heide
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Kieselgurteich bei Oberohe
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Hummel in der Oberoher Heide
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Schmetterling in der Oberoher Heide
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Kieselgur-Teich bei Oberohe
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©MARKUS TIEMANN, MARKUS TIEMANN LUENEBURG
Oberoher Heide bei Müden (Örtze)
©Thorsten Link/Lüneburger Heide GmbH
"Birkenwald" in der Oberoher Heide
©Thorsten Link/Lüneburger Heide GmbH
Die blühende Oberoher Heide im Sonnenaufgang
©Thorsten Link/Lüneburger Heide GmbH
Luftaufnahme von der Oberoher Heide im Sonnenaufgang
Begeben Sie sich auf eine 6,6 Kilometer lange Wanderung durch ein ehemaliges Kieselgur-Abbaugebiet, welches Stück für Stück von der Natur zurückerobert wir.

Wandern im ehemaligen Kieselgur-Abbaugebiet nahe Unterlüß in der Südheide


Erlebnis auf der Wanderung

Die zahlreichen ehemaligen Kieselgurgruben am Wegesrand geben Zeugnis von der Abbaugeschichte des Gebietes. Allerdings muss man etwas genauer hinsehen, denn die Natur hat sich längst die größten Flächen zurückerobert: Naturnahe Teiche oder ehemalige Abbaugruben, die bereits mit Wald bestanden sind. Dadurch ergibt sich ein interessanter Wechsel aus Gewässern mit angrenzenden Feuchtbiotopen und sandigen Trockenstandorten. Letztere wurden zu asgedehnten Heideflächen, welche einem auf dem Weg immer wieder begegnen.

Die Heideflächen der Oberoher Heide werden regelmäßig von einer Heidschnuckenherde beweidet, die in Niederohe beheimatet ist. Sie haben auf dieser Tour also eine große Chance den Tieren ganz nah zu kommen.

Die Kieselgur

Mit der Bezeichnung Gur (von gären) wurde früher eine „feuchte, aus dem Gestein ausgärende Masse“ beschrieben. Kieselgur entstand durch die Ablagerung mikroskopisch kleiner fossiler Schalenreste von Kieselalgen, die vor mehreren hunderttausend Jahren während der Zwischeneiszeiten in Gewässern lebten. Aus den Ablagerungen entstanden mehrere Meter mächtige Sedimentschichten. Die fossilen Schalenreste der Kieselalgen besitzen eine sehr poröse Struktur. Damit ist das Material in der Lage, relativ große Mengen an Feuchtigkeit aufzunehmen.
Daraus ergeben sich zahlreiche industrielle Nutzungsmöglichkeiten, die schon im 19. Jahrhundert zum Abbau der Kieselgur führten.

Als die Kieselgur zufällig bei Brunnenbohrarbeiten im Jahre 1836 bei Niederohe entdeckt wurde, lagen die Höfe dort noch sehr weltabgeschieden inmitten großer Heideflächen. Ein Lüneburger Chemiker, dem eine Probe dieser weißen Erde geschickt wurde, meinte verächtlich: „Dat olle Tüg is tau niks tau bruken.“ (Das alte Zeug ist zu nichts zu gebrauchen.) Es wurde sogar versucht, das weiße Mehl zum Backen von Pfannkuchen zu verwenden, die aber sehr schwer verdaulich und ungenießbar gewesen sein sollen.
Verwendungsmöglichkeiten für die Gur wurden erst einige Jahre später erkannt. Der Kaufmann Berkefeld, Begründer der Filterfabrik in Celle, erwarb einen Teil der Lagerstätten und eröffnete 1869 sein erstes Werk in Niederohe. Um 1930 gab es im Raum Unterlüß insgesamt sechs Werke. Kieselgur fand nun eine vielseitige Verwendung beispielsweise bei der Herstellung von Trinkwasserfiltern, für die sichere Lagerung von Nitroglyzerin, zur Klärung bei der Bier- und Weinbereitung sowie für Reinigungsmittel, Puder und Pasten.

Der Wanderweg führt Sie direkt in das ehemalige Abbaugebiet des Kieselgurs. Er zeigt, wie sich die Natur die besondere, durch den Menschen stark bewirtschaftete Umgebung zu Nutze macht und sie in unterschiedlichster Weise zurück erobert.


Wegbeschreibung

Der 6,6 Kilometer lange Rundweg führt Richtung Neuohe durch ausgedehnte Heideflächen und Borstgrasrasen und entlang von hutewaldartig aufgelichteten Birkenwäldern. Schon bald sind die Spuren des Kieselgurabbaues in Form von Senken in der Heide wahrzunehmen.

Weiter geht es durch die ausgedehnte Heide des Kochsöhlen hin zu einigen Abbaugewässern in ehemaligen Kieselgurgruben, die an skandinavische Seen erinnern.
Der Weg führt Sie weiter nach Süden durch den Kiefernwald der Süllfuhren.

Nachdem dieser Wald durchwandert ist, öffnet sich die Landschaft in Form einer weiteren großen Heidefläche, die auf einem Höhenzug liegt. Anschließend geht es links vorbei am Waldgebiet Kalbsloh.

Sie gehen vorbei an einer großen Heidefläche südlich von Neuohe und befinden sich langsam auf dem Weg zum Ausgangspunkt Ihrer Wanderung.

Die Tour ist neben dem abgebildeten Piktogramm mit einem heidefarbenen großen Kreis gekennzeichnet.


Tipp vom Heide-Experten

Nach etwa einem Kilometer lohnt sich eine kurze Pause auf einer wunderschön gelegenen Bank. Durch die leicht erhöhte Lage haben Sie einen besonderen Blick über die Oberoher Heide.  
GPS-Koordinate der Bank: 52°86'59.8" N  10°21'70.9" E

Lassen Sie Ihre Tour an einem Kieselgurteich ausklingen. Kur vor Ende Ihrer Tour (nach ca. 6,4 Kilometern) können Sie die eigentliche Route verlassen. Nach 600 Metern erreichen Sie einen kleinen Sandstrand für einen perfekten Abschluss der Wanderung.
GPS-Koordinate des Strandes: 52°86'43.9" N  10°22'13.1" E


Beschaffenheit des Wanderweges

Der Weg führt entlang weiter Heideflächen und Waldgebieten auf  sandigen, teils auch schmalen Wegen.


Start und Ziel

Der Rundweg beginnt und endet am Parkplatz Oberohe.


Parken

Den Parkplatz „Oberohe” erreicht man über die L 280 Müden (Örtze) Richtung Unterlüß.
Nach ca. 8,5 km geht es in Oberohe rechts ab zum Parkplatz Oberohe.

GPS-Koordinaten: 52°52'00.3"N 10°13'39.3"E

Sie erreichen den Parkplatz „Oberohe“ auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nehmen Sie die Linie 261 aus Richtung Faßberg und Unterlüß. Die Haltestelle „Oberohe“ befindet sich an der L 280 in unmittelbarer Nähe zum Abzweig Heidehexe und von dort geradeaus ca. 700 m bis zum Parkplatz.


Gastronomie

In direkter Nähe zum Ausgangspunkt Ihrer Wanderung befindet sich das Café Zur Heidehexe. Von Mai bis Oktober können Sie hier Ihre Wanderung mit einem leckeren Frühstück beginnen oder zum Abschluss ihrer Wanderung einen leckeren Kaffee trinken. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten des Cafés.
Die jeweils circa 6 Kilometer entfernten Orte Faßberg und Unterlüß bieten ebenfalls eine Auswahl von leckeren Alternativen.


Unterkunft in der Nähe

Mit drei liebevoll eingerichteten Gästezimmer bietet die Pension Zur Heidehexe in direkter Nähe zum Wanderweg eine Möglichkeit zur Übernachtung.
Auch die Orte Faßberg, Unterlüß und Hermannsburg sind ideale Orte für eine passende Übernachtung.