Jacobusweg: Schneverdingen bis Soltau

    Etappenkilometer: ca 20 km

    Sie verlassen die Heidestadt Schneverdingen und pilgern langsam und gemächlich durch kühle Wälder und entlang von Feldern in Richtung Soltau - Ihr nächstes Etappenziel auf dem Jacobusweg Lüneburger Heide.

    Wenige Kilometer vor der Heidestadt Soltau liegt der Heideort Wolterdingen mit der kleinen "Heiligen Geist Kirche".  Im Taufbecken von 1470, das aus Bronze gegossen ist, sind zwei Dutzend Pilgerzeichen aus ganz Europa abgebildet. An den Wänden sind Malereien zu sehen die Christus als Weltherrscher abbilden. Die Bilder an den Seitenwänden stellen Evangelisten dar. Der Glockenturm ist von der Kirche getrennt und aus Holz erbaut. Im Inneren des Glockenturms sind vier Glocken beheimatet. Die älteste Glocke ist mehrere Hundertjahre alt, sie stammt aus dem Jahr 1350. Die zweitälteste Glocke ist aus dem Jahre 1587 und ist mit einer Innenschrift versehen, die lautet: „Help Got tu Er unde Selicheit“

    Von der "Heiligen Geist Kirche" sind es nur noch wenige Kilometer in die Heidestadt Soltau.
    Die Taufkirche "St. Johannis" und die "Lutherkirche" sind lohnende Besinnungs- und Andachtsziele der Heidestadt.

    Die Kirche St. Johannis ist die älteste lutherische Kiche in der Heidestadt Soltau. Der Name stammt von "Johannes den Täufer". Es wird vermutet, dass in der damaligen Zeit ein Taufbecken hinter der Kriche gestanden hat und die Kirche daher ihren Namen erhalten hat. Den Steinbau der Kirche gibt es seit dem Jahr 1463. Zuvor stand an dieser Stelle eine Holzkirche aus dem Jahr 830 mit dem Namen "Sante Johannis Baptista". Der originale Steinbau aus dem Jahre 1463 ist allerdings nicht mehr zu sehen. Denn 1906 geschah ein großes Unglück. Ausgerechnet in der Weihnachtsnacht ist die Kirche St. Johannis bis auf ihre Grundmauern abgebrannt. Das ist ein großer schock für die einheimische Bevölkerung gewesen, da sie nun keine Kirche mehr hatten. Nach dem Brand wurde die Kirche in einer zweijährigen Bauphase im neubarocken Stil errichet.

    Das Unglück der Kirche St. Johannis war mit die Geburt der Lutherkirche. Nachdem die St. Johannis Kirche komplett abgebrannt ist, hat man sich entschieden, zum Wiederaufbau der St. Johannis Kirche noch eine zweite Kirche zu bauen - die Lutherkirche. Der Bau begann im Jahr 1910.


    Das Gebäude erinnert auf den ersten Blick an eine gotische Kirche mit Längs- und Querschiff, Vierung und Apsis. Der Innenraum ist aber exakt quadratisch statt lang gestreckt. Ursprünglich waren nicht nur die Holzflächen, sondern auch die Decken und ein großer Teil der Wände kleinteilig und vielfarbig bemalt. Eine Renovierung 1958 hat leider in der damals üblichen Weise alle Holzflächen grau und den größten Teil der Wände weiß übertüncht. Um ohne allzu großen finanziellen Aufwand wieder Farbe in die Kirche zu bringen, erhielten Kanzelkorb und Altar später einen phantasievollen Anstrich in satten rustikalen Rot- und Grüntönen, der allerdings die Schnitzereien ebenso nivellierte wie vorher der graue.


    In Soltau trennt sich der Jacobusweg Lüneburger Heide in zwei Varianten. Eine Variante führt über Walsrode mit dem Kloster Walsrode und durch das Aller-Leine-Tal zum Kloster Mariensee.
    Die zweite Variante führt durch das Herz des Naturparks Südheide, vorbei am Kloster Wienhausen und durch die Residenzstadt Celle mit dem Welfenschloss. In Mandelsloh treffen beide Wegverläufe wieder aufeinander.