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Wienhausen: Blasek-Eiche

Wienhausen

    Vor dem neuen Kulturhaus, das zuvor einmal Wienhausens altes Rathaus gewesen ist, erinnert die sog. Blasek-Eiche an die Ortsgründung durch Kaiser Heinrich III. im Jahre 1052. Diese trägt die Inschrift "1052 Kaiser Heinrich III. schenkt dem Bischof von Hildesheim Huginhusen".

    Wer war eigentlich jener Künstler, der die Blasek-Eiche schuf, und nicht nur in Wienhausen so viele künstlerische Spuren hinterlassen hat? Herbert Blasek wurde 1912 in Wathlingen als Sohn eines Bergmanns geboren - er starb 2006 in Wienhausen.

    Blasek selbst sah sich und sein künstlerisches Schaffen sowohl in der Tradition eines Wilhelm Kricheldorfs als auch eines Wilhelm Krukes. Aber mehr noch ließ sich Blasek in seinen Arbeiten von seiner tiefen religiösen Empfindung leiten. "Den Menschen zur Freude, Gott allein zum Ruhm" - dies war für den Künstler die Quelle seines künstlerischen Ausdrucks. Geleitet davon schuf Blasek farblich überschwelgende Ölbilder, Sgraffitos und monumentale Stelen von epischer Opulenz. Oft ließ sich Blasek von"spontanen Impulsen eines gelebten Augenblicks" inspirieren. Dann schwelgte er in Farben, was er selbst als Farbenrausch bezeichnete. Der völligen körperlichen Erschöpfung nahe bearbeitete er riesige Holzstelen. Und, was nur wenige Cellenser und Celler wissen; Blasek war fast 20 Jahre lang Porträtist der Celler Hauptkönige.

    Blaseks Spuren finden sich augenscheinlich natürlich in Wienhausen. Der Garten des Künstlers gleicht einem Gesamtkunstwerk. Ein großes Ölbild (Celle-Motiv) aus einer späteren Schaffensphase (1986) befindet sich im Kundenraum der Sparkasse. Eine mächtige Stele, gefertigt aus dem Königsbaum einer Windmühle, steht vor der Sparkasse. Sie trägt die Inschrift "Wer möchte leben ohne den Trost der Bäume?". Für Blasek waren Bäume Sinnbilder des Unvergänglichen, unerschöpfliche Quellen der Lebenskraft. Alte Eichenbalken aus Bauernhäusern schienen ihm Geschichten zu erzählen. Ihr Vergehen konnte und wollte er nicht akzeptieren. Die Blasek-Eiche wurde 1987 aufgestellt.

    Kritiker mögen Blaseks "dienende Haltung" vielleicht als antiquiert oder zumindest als wenig "post modern" charakterisieren. Ansichten, die Blasek Zeit seines Lebens niemals geteilt hätte.

    Weitere Arbeiten Blaseks finden sich in Celle-Stadt und Landkreis z. B.:

  • in der Blumlage eine Holzstele als Erinnerung an die Zeit "der Masch" als Fischersiedlung
  • am Südwall die sog. "Till-Eulenspiegel-Stele"
  • ein Sgraffito im Foyer des Rathauses Wathlingen
  • Sgraffiti-Zyklus in der Wathlinger Kapelle
  • Altarbild in der Garßener Markus-Kirche
  • Motive zu Bienen und Blumen im Celler Bieneninstitut
  • Motive zu Pferden im Celler Landgestüt
  • (Quellen: Cellesche Zeitung v. 12. Aug. 1997-Feuilleton-Beitrag v. Christiane Boltz z. 85. Geb. H. Blaseks. Dank an B. Meißner, Wienhausen)

    Karte
    Standort
    Mühlenstraße
    29342 Wienhausen

    Telefon
    Tourist-Information Wienhausen 05149 - 8899
    Telefax
    Tourist Information Wienhausen Fax 05149 - 8895
    Öffnungszeiten
    Hauptsaison (28. März - 31. Oktober) Mo - Fr von 10:00 - 12:00 und 14:00 - 17:00 Uhr
    Hauptsaison (28. März - 31. Oktober) Sa - So von 10:00 - 12:00 Uhr
    Nebensaison (1. November - 27. März) Mo - Fr von 10:00 - 12:00 Uhr

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