Lüneburger Heide GmbH lud zum „Tag des Tourismus“ 2022 ein

    Nach vier Jahren Corona bedingter Pause trafen sich am 11. Oktober endlich wieder die Tourismusverantwortlichen aus der Region auf dem Tag des Tourismus in Soltau. Der Einladung der Lüneburger Heide GmbH folgten über 200 Gäste aus Gastgewerbe und touristischer Dienstleistung. Inhaltlich standen die Entwicklung des Tourismus in der Lüneburger Heide, sowie die Themen Arbeitskräftemangel und Nachhaltigkeit im Fokus. Mit AllerLiebe wurde ein neuartiges gastronomisches Konzept für Hotel und Gastronomie präsentiert. Die Vorträge mit konkreten Lösungsansätzen sowie der anschließende Austausch sorgten für ein volles Nachmittagsprogramm.


    Lüneburg, 12. Oktober 2022: Intensiv, bewegend, richtungsweisend: Am gestrigen Dienstag trafen sich über 200 Tourismusverantwortliche auf dem diesjährigen Tag des Tourismus in der Alten Reithalle in Soltau. Initiiert und veranstaltet von der Lüneburger Heide GmbH unter der Geschäftsführung von Ulrich von dem Bruch nutzen Gastgeber, Gästeführer und Freizeitanbieter den Branchentreff, um sich über Entwicklungen und Neuheiten in der Region zu informieren. Das Rahmenprogramm hatte es in sich: Mut für Veränderung war der Tenor aller Vorträge, um die akuten Probleme der Branche zu bewältigen. 


    „Viele Betriebe laufen in eine existenzbedrohende Situation, wir brauchen hier dringend Lösungen“, macht Lüneburger Heide Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch in seinen Eingangsworten den Ernst der Lage klar. Fachkräftemangel, Energiekosten und Warenpreise bedrohen das touristische Produkt. 


    Die Gastronomie klagt über den Verlust von Köchen, hat aber wenig Ideen zur Lösung des Problems. Die Lüneburger Heide GmbH denke da anders und lösungsorientierter, machte der Tourismuschef klar: „Man kann heute ein Restaurant ohne Koch betreiben“.

    Auch im Übernachtungsbereich fehlt Personal im House Keeping und Service. Hier regte Ulrich von dem Bruch an, über den Tellerrand zu schauen. Mittlerweile gäbe es Reinigungsroboter auf dem Markt und gerade sei das erste Bett erfunden worden, das sich selbst machen könne. „Viele Innovationen sind noch nicht serienreif, aber wir müssen sie im Auge behalten“. Ohne Menschen gibt es kein Tourismusangebot und man müsse das knappe Gut Mensch dann durch andere Mittel soweit entlasten wie möglich.


    Um Impulse und Lösungen für den in diesen Zeiten besonders herausfordernden Alltag der Gastgeber ging es dann in den folgenden drei Vorträgen. „Es geht um das, was Sie jetzt sofort tun können“, setzte die Karriereberaterin Simone Kohl den Schwerpunkt beim Thema Personalmangel. Welche Ansprüche hat die Generation X und welche Benefits sind gefragt? Muss die eigene innere Haltung bei der Mitarbeiterführung überdacht werden? Wie sichtbar und wertig ist man selber als Arbeitgebermarke und wie sind es die anderen? Mit ganz konkreten Beispielen aus dem Markt schärfte Simone Kohl das Bewusstsein der Teilnehmer für den sich gewandelten Arbeitsmarkt. „Schauen Sie genau, in welchen Medien sich Ihre Arbeitnehmer tummeln“, rief Ulrich von dem Bruch auf, „dort müssen Sie sein“. Er regte an, neben dem Endkundenmarketing auch ein Arbeitsmarktmarketing durchzuführen.


    Sachlich, klar, aber vor allem sehr anschaulich, nahm der Nachhaltigkeitsforscher der Hochschule Harz, Prof. Dr. Harald Zeiss, die Teilnehmer mit auf die Reise, wie groß der Verlust sein wird, wenn nicht endlich nachhaltig gelebt wird. „Wir dürfen nicht darauf warten, dass wieder ruhigere Zeiten kommen. Die kommen nicht mehr. Im Gegenteil. Es muss sich etwas ändern.“ In seinem Impulsvortrag „Genug für alle für immer“ ging er auf die Vorteile des regionalen Tourismus ein und bestärkte die Gastgeber, für sich und in der Region nachhaltig zu sein. Neue Essgewohnheiten und andere Wege der Mobilität werden in der Heideregion zukünftig eine große Rolle spielen. „Das ungebremste Wachstum ist vorbei. Wir müssen die gewohnte Art zu leben infrage stellen. Und helfen kann uns nur Genügsamkeit und Verzicht“. Er rief die Teilnehmer auf, wenigstens mit kleinen Schritten zu beginnen. Der Vortrag war der Auftakt zu einer Nachhaltigkeitsstrategie, der sich die Lüneburger Heide GmbH in Zukunft widmen will. Im ersten Schritt wird eine Bestandsaufnahme bei allen 2.500 Betrieben der Heide gemacht, um einen Überblick zu erhalten.


    „Gastronomisches Angebot haben ohne Koch“ war die Überschrift über den Vortrag der beiden Gründer von AllerLiebe, Inga Ali und Pascal Raschke. Sie stellen auf Bioland zertifizierter Basis hochwertige, regionale Produkte zur Verfügung. Die Lieferung an Hotels und Gastro-Betriebe erfolgt in Boxen und Gläsern mit Rücklaufsystem. Jeder Betrieb, der keinen eigenen Koch mehr hat, kann sich eine komplette Karte bestellen und braucht die Gerichte nur noch durch Servicemitarbeiter aufwärmen und anrichten zu lassen. Standort der Produktion ist momentan das Hotel Wildland Natural Resort in der Südheide. „Eine perfekte Lösung des Problems in guter Qualität“, zeigt sich Lüneburger Heide Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch begeistert, „ich hoffe, dass das vielen Kollegen aus der Heide hilft“.


    Auch die Lüneburger Heide GmbH wird die Partnerbetriebe zukünftig entlasten können, denn durch die Schaffung eines neuen Intranets zur Erfassung aller Stammdaten brauchen die Betriebe zeitsparend ihre Daten nur noch an einer Stelle einzugeben. Der Datenaustausch mit Tourist Informationen, der Landesebene oder Reiseveranstaltern erfolgt dann über Schnittstellen. Neu ankündigen konnte man auch ein Gäste TV, einen Informationsbildschirm mit Ausflugsprogramm für die Urlauber in den Unterkünften.

    Bei heißer Kürbissuppe und kalten Getränken blieb am Ende Zeit, mit den Referenten sowie den Mitarbeitern der Lüneburger Heide GmbH ins Gespräch zu kommen, sich über das Gehörte auszutauschen und manchen Aspekt zu vertiefen. 




    Über die Lüneburger Heide GmbH

    Die Lüneburger Heide GmbH (LHG) mit Sitz in Lüneburg ist die Dachorganisation und fachliche Interessensvertretung der touristischen Leistungsträger in der Lüneburger Heide. In ihrer Funktion als Destination Management Agentur übernimmt sie die zentrale touristische Vermarktung im In- und Ausland und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Tourismusförderung in der Region. Mit ihrer durch innovative Lifestyle-Marktforschung gestützte Ausrichtung auf Besucherwünsche und Urlaubsinteressen ist die LHG ein Vorreiter im Deutschlandtourismus. Unterkünfte und Freizeitangebote werden auf der Website vorgestellt und können direkt über das zentrale Reservierungs- und Informationssystem gebucht werden. Für ihre Social-Media-Aktivitäten wurde die Lüneburger Heide GmbH 2019 als beste Onlinemarketing-Region Deutschlands ausgezeichnet.