Heideschleifen entdecken – 12 neue Rundwanderwege am Heidschnuckenweg

    Am Heidschnuckenweg gibt es nun noch viel mehr zu entdecken. Seit Herbst 2021 finden sich entlang des Weges zwölf unterschiedliche Qualitätsrundwege, die sogenannten Heideschleifen mit einer Streckenlänge zwischen 1,4 (barrierefrei) und 20,9 Kilometern. Die Rundwege laden dazu ein, die Vielfalt und Besonderheiten der Natur und Landschaft in der Lüneburger Heide zu entdecken. Erleben Sie die Heideschleifen als eine attraktive Tageswanderung oder als Verlängerung ihres Aufenthaltes auf dem Heidschnuckenweg. An vielen Heideschleifen bieten Cafés und Restaurants die Möglichkeit zur Einkehr. 


    Qualität auf Schritt und Tritt

    Die Heideschleifen werden vom Deutschen Wanderverband Anfang 2022 als kurze Qualitätswanderwege zertifiziert. Das bundesweit einheitliche Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ wird an Wanderwege verliehen, die zahlreiche Qualitätskriterien erfüllen. Kurze Qualitätswege verfügen zum Beispiel über ein exzellentes Wegeformat und Wanderleitsystem. Sie bieten abwechslungsreiche Landschaften und Naturerlebnisse und sind als Rundwege angelegt.

     

    Ausschilderung Heideschleifen

    Die 12 Heideschleifen sind mit einem kleinen, weißen „h“ (Schreibschrift) auf schwarzem Untergrund (Viereck) ausgewiesen und ergänzen so den Heidschnuckenweg, der mit einem großen, weißen „H“ ausgeschildert ist. Die landschaftlich attraktiven Rundwanderwege laden zu einem Tagesausflug oder einer Standortwanderung ein. Informationstafeln am Ausgangspunkt jeder Schleife informieren Sie vor Ort über die Highlights jeder Wanderung.


    Barrierefreiheit

    Die Heideschleifen „Haverbeeke“ (3,6 km) und „Angelbecksteich“ (1,4 km) sind barrierefrei und daher ideal mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu befahren. Aufgrund ihrer Länge sind sie für Familien mit Kindern gut zu meistern.

     

    Die Heideschleifen – Wanderlust in der Heide zu jeder Jahreszeit

    Weite, offene Heideflächen. Wacholder, Heidschnucken, Bienenstände. Klare Heidebäche. Schattige Laub und Nadelwälder: Die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft der Nord- und Südheide lädt zu jeder Jahreszeit und bei nahezu jedem Wetter zum Wandern ein.


    Frühling: Mit der kräftiger wärmenden Sonne strecken auch Besen- und Glockenheide zaghaft ihre Knospen ans Licht. Ein heller Schimmer legt sich über die Heide. Die Heidelerche steht hoch in der Luft, erfreut mit jubilierendem Trillern das Herz der Wanderer. Und am frühen Morgen geben Baumpieper, Heidelerche, Meisen, Steinschmätzer und Neuntöter ein vielstimmiges Konzert. Mit etwas Glück sind sogar die Balzgesänge der Birkhühner zu hören. Und die Heidschnucken schnökern an den zarten Trieben…


    Die Birken lassen erste hellgrüne Blattspitzen schimmern. Die Knospen der Eichen verstecken sich noch unter dem trockenen Laub vom Vorjahr. Der Schmetterling sucht taumelnd sein Glück bei den ersten Frühblühern. Im April leuchten dann schon die weißen Bollen des Wollgrases, das an den besonders feuchten Stellen wächst. Heidelbeeren blühen, der Farn rollt seine kleinen Blätter aus und aus den Kiefern weht der Wind feinen Blütenstaub.


    Auf schnell wechselndes Wetter müssen sich Wanderer im Frühling einstellen. Eben noch in der Sonne liegen und kurz darauf pfeift ein kalter Nordwind. Und auch mit Regen ist zu rechnen. Doch das Wasser verfestigt die sandigen Wege, auf denen es sich nun gut gehen lässt. Und meistens ist man ganz für sich auf den Heideschleifen unterwegs. Ideal für Entdeckungswanderungen zum erwachenden Leben in der Heide.


    Sommer: Flimmernde Luft lässt die Konturen der Wacholder und Kiefern verschwimmen. Die Heide knackt in der heißen Sonne. Der Schweiß rinnt. Ein leichter Luftzug bringt Erquickung. Der Wanderschuh sinkt in den weichen Sand ein. Die Heidesträucher kratzen am Schienbein. Nicht abweichen vom Pfad. Verborgen unter den Heidesträuchern dösen Kreuzottern, Vögel ducken sich müde im Gras. Nur die Heidschnucken verrichten still ihr Tagewerk, knabbern an Gräsern und Sträuchern. Die Glockenheide blüht schon. Vereinzelte rosa Flecken als Vorboten des großen violetten Meisterwerks der Besenheide im August.


    Der Buchen- und Kiefernwald spendet Schatten. Auf der Wanderung wird ein heftiger Sommerregen zu einem besonderen Erlebnis. Schwere Tropfen vertreiben die Wärme und locken den Heide-Duft hervor, eine Mischung aus Erde und Gras, trockenen Heidezweigen, Wacholder- und Kiefernnadeln…

    Im Spätsommer dann präsentiert sich die Heide im leuchtenden Violett. Ein roter Teppich mit Mirriaden von kleinen Blüten, rosa bis violett auf den kleinen Zweigen. Und Bienen summen von Blüte zu Blüte, den kostbaren Heidehonig zu sammeln. Zur Heideblüte von Anfang August bis Mitte September kommen viele Gäste. Ein Großteil lässt sich mit Planwagen kutschieren. Doch die schönsten Stellen erreichst du nur zu Fuß.


    Der Wacholder duftet nun intensiver. Die fahlen blauen Beeren kommen hervor, kaum genießbar und doch seltsam verlockend. Im Spätsommer sind die ersten Beeren reif. Sie sind erstaunlich süß. Typischen Heidegerichten geben sie eine interessante Würze.


    Herbst: Das laute violette Heidekonzert des Sommers ist vorbei. Langsam färbt die Heide sich braun. Vereinzelt schimmern noch rosa und violette Blüten auf. Dafür haben sich die Blätter der Birken nun intensiv gelb eingefärbt. In den angrenzenden Buchenwäldern leuchten im Sonnenlicht die Blätter in der ganzen Palette von grün, gelb und rot. In der Kühle des Morgens legt sich ein sanfter Nebelschleier über die Heide. Wacholder ragen mystisch daraus hervor. Wenn die feuchten Nebel sich verziehen, bleiben feine Tröpfchen an den Nadeln zurück. Im Sonnenlicht funkeln sie wie Diamanten. Auch das Gras färbt sich gelb. An manchen Stellen wiegt sich ein filigraner Schleier aus hellbraunen Grashalmen über der Heide. Untrügliches Zeichen, dass die Heide Pflege bedarf, damit das Gras nicht überhandnimmt und die Heidesträucher verdrängt. Auftrag an die Heidschnucken und die Hüter der Heide.


    Auf den Wanderwegen ist es nun merklich ruhiger geworden. Die Liebhaber der Heideblüte sind gegangen, schauen allenfalls am Wochenende noch nach den spärlichen Blütenresten. Stellenweise hat man die Heide für sich alleine. Nur der Milan kreist über dem flachen Tal – immer auf der Suche nach Beute.


    Winter: Die geheime Schönheit der Heide im Winter. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Der Raureif liegt auf den Heidesträuchern, ein weißer Glanz umhüllt die Birkenzweige, zaubert feine Kristalle auf die Nadeln der Wacholder und der Kiefern. Eisige Nebel bedecken das Moor. Wacholder, Birken und Kiefern stehen silhouettengleich. Reduzierte Schönheit.


    Schnee in der Heide: Das gibt es nur an wenigen Tagen im Jahr. Und gerade dann wartet ein besonderes Wandererlebnis. Frische Fußspuren auf dem weiß schimmernden Pfad. Und frische Tierspuren im Schnee. Auch die Heidschnucken sind jetzt draußen. Kommt die Sonne hervor, schmelzen die weißen Hauben auf den Wacholdern dahin. Die Tropfen funkeln in der Sonne, spielen ein kaum hörbares Tropfenkonzert. Auf den Pfützen malt der Nordwind Eisbilder und an den Bächen bilden sich kurvige Eisränder.


    Die Natur pausiert und sammelt Kraft – ebenso die meisten Wanderer. Im Winter bleiben viele Wege unberührt. Vor allem wenn der kalte Nordwind über die Heide streift. Doch manchmal kommt die Sonne: sich umdrehen und die Wärme der dünnen Sonne auf der Haut spüren. Noch ist der Boden hart. Doch da unten arbeitet das Leben schon und bereitet sich vor auf den Frühling…

     

    Weitere Informationen

    Weitere Informationen rund um die Heideschleifen finden Sie auch in der neuen Broschüre Heideschleifen entdecken.

     

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