Unterkunft suchen

Detailsuche

Die Kulturlandschaft des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide - ein Pflegefall...

Wie die Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide eine alte Kulturlandschaft erhält

    Heide ist anders! Wenn in dieser Kulturlandschaft alles sich selbst überlassen bliebe, würde sich ganz automatisch Wald entwickeln... und damit eine Vielzahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten aussterben! Die zum Verein Naturschutzpark e.V. gehörende Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide ergreift eine Vielzahl an Landschaftspflegemaßnahmen, die diesen selten gewordenen Lebensraum auch für die Zukunft sichern.


    Um den Lebensraum Heide für Menschen, Tiere und Pflanzen zu erhalten, muss er intensiv gepflegt werden. Denn diese Landschaft ist durch Menschenhand entstanden und muss durch Menschenhand erhalten werden. Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide kümmert sich darum die Stiftung Naturschutzpark.



    Welche Methoden werden dabei angewandt?



    Plaggen


    Als intensivste Form der Heidepflege wird das Abplaggen der Böden durchgeführt. Drunter versteht man das Abtragen der gesamten Vegetationsschicht und der Rohhumusauflage. Diese Methode kommt zum Einsatz, wenn der Boden bereits stark vergrast ist.


    Zur Zeit der Heidebauernwirtschaft wurden Heidepflanzen  mit Hilfe der Plaggenhacke ("Twicke") abgeschält. Die dabei gewonnenen Heideplaggen wurden in den Schafställen ausgelegt, um dann wieder als Dünger auf die Äcker verbracht zu werden.


    Heute wird das Plaggen auf ausgewählten Flächen maschinell durchgeführt. Speziell konstruierte Plaggmaschinen werden dabei eingesetzt. Das anfallende Material wird z.B. von Landwirten der Region zur Humusanreicherung auf Ackerflächen aufgebracht.


    Schoppern

    Das heute vielfach eingesetzte sogenannte "Schopperverfahren" stellt eine sinnvolle und vor allen Dingen kostengünstige Alternative zum Plaggen dar. Während beim Plaggen Mineralbodenanteile und Humusanteile miteinander vermischt werden, wird beim Schoppern weitgehend mineralbodenfreies Material gewonnen, da die Arbeitstiefe etwas geringer als beim Plaggen ist. Diese Methode ist allerdings nur bei Rohhumusauflagen bis 3 cm und wenig vergrasten Flächen einsetzbar.


    Heidebrand

    Daneben verbrennt die Stiftung Naturschutzpark ganz gezielt verholzte, wenig vergraste Heideflächen - übrigens eine Pflegemethode, die schon die Heidebauern einsetzten, um die Heide jung zu halten. Häufig wird das Brennen zur Aufhebung der durch die mechanische Heidepflege entstandenen, unnatürlich scharfen Grenzen genutzt, in dem flächenübergreifend gebrannt wird.In der Regel liegt die Flächengröße der Brandflächen unter einem Hektar.


    Beweidung

    Über 5.000 Hektar Heideflächen werden im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide von den sechs Heidschnuckenherden der Stiftung Naturschutzpark beweidet. Die Schnucken verbeißen junge Triebe und verhindern so, dass sich Birken- und Kiefernwälder auf den Heideflächen ausdehnen können. Die Tiere fressen tagsüber in den Heideflächen und werden nachts in den Stall getrieben. Nur während der Lammzeit wird die Heide durch die Herden nicht täglich aufgesucht.