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Heide

Gstern und Heute

Heide bedeutet soviel wie "wüste Hochfläche" und doch hat sie sich zur romantisch verklärten und ökologisch gefährdeten Natur- und Kulturlandschaft entwickelt, die Jahr für Jahr Besucherströme anlockt. Im Vergleich zum 18. Jahrhundert haben die mit Heidekraut bewachsenen Areale gerade noch ein Prozent ihres ehemaligen Umfangs. Daher existieren nur noch einige Heideflächen, auf die man nicht sofort mit der Nase stößt.

Vor ca. 2500 v. Chr. bestand die Lüneburger Heide vorwiegend aus Eichen-/Birkenwäldern. Am Ende der Jungsteinzeit (um 500 v. Chr.) begann der Mensch, die Mischwälder zu roden, um Acker- und Weideland sowie Bau- und Brennholz zu gewinnen.

 

Das Hüten des Viehs im Wald und das regelmäßige Sammeln von Laubstreu förderten den Wälderrückgang. Durch den enormen Holzbedarf der Saline in Lüneburg reduzierte man im ausgehenden Mittelalter die Waldbestände um Lüneburg noch um ein Vielfaches.

 

Das Roden der Wälder und die intensive Nutzung der neu entstandenen Äcker ohne ausreichende Düngung hatten eine Verarmung der ehemals nährstoffreichen Böden zur Folge. Nur anspruchslose Pflanzen wie die Besenheide (Calluna vulgaris) fanden hier optimale Lebensbedingungen.

 

Mit Ausbreitung der Heide entwickelte sich die Heidebauernwirtschaft. Die Heideflächen wurden zu Weidegebieten der Heidschnucken, die für den Verbiss aller konkurrierenden Pflanzen sowie für Verjüngung und Wachstum der Heide sorgten. Außerdem nutzten die Bauern die Heide für die Imkerei und zur Gewinnung von Düngemitteln.

 

Noch bis Ende des 18. Jh. prägte die Heidebauernwirtschaft die Landschaftsstruktur der Lüneburger Heide entscheidend. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. begann man, die Heideflächen primär mit Kiefern aufzuforsten, und so entstand in der Lüneburger Heide wieder eines der größten Waldgebiete Deutschlands.

 

Die wenigen verbliebenen Heidegebiete sind geschützt und müssen intensiv gepflegt werden, um ihre Erhaltung zu sichern.