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Rinder und Pferde in der Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide...

Alles andere als ein "neuer Weg"!

Seit nunmehr fast 10 Jahren unterstützt eine Herde Dülmener Pferde die Rinder, Heidschnucken und Ziegen der zum Verein Naturschutzpark e.V. gehörenden Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide bei der Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Das Naturschutzgroßprojekt mit Förderung des Bundesumweltministeriums sowie weitere Fördertöpfe ermöglichten die Einrichtung mehrerer großer Koppeln im Radenbachtal (ca. 150 ha), in Wilsede (ca. 10 ha) und nahe dem Hof Tütsberg (ca. 35 ha) sowie den Ankauf einer ersten kleinen Herde von sechs Dülmener Stuten.

Die Pferde und die parallel dazu eingesetzten rd. 35 "Wilseder Roten" Mutterkühe sollen auf den Beweidungsflächen mit ihrem Verbiss das Feuchtgrünland im Talgrund offen halten und eine stärkere Vernetzung von Grünland, Wald und Heide herstellen. Die Großtiere sind eine Ergänzung zu den Heidschnuckenherden, die traditionell großflächig für die Pflege der Heide- und Grünlandflächen im Naturschutzgebiet eingesetzt werden. Durch ihr anderes Fressverhalten können Rinder und Pferde Problemarten wie z.B. das Pfeifengras sehr effektiv kurz halten. Und auch der Dung des Großviehs ist aus Sicht des Naturschutzes von Bedeutung.

 

Da sich der VNP schon seit vielen Jahrzehnten bei der Grauen gehörnten Heidschnucke sehr stark für Haltung und Zucht einer alten Haustierrasse einsetzt, fiel die Entscheidung leicht, auch bei den Pferden auf eine bedrohte Rasse zu setzen, zumal mit dem Dülmener Pferd, anders als bei den Robustrindern, auch eine "heimische" Rasse zur Verfügung stand.

 

Das Dülmener Pferd ist die einzige in Deutschland heimische Robustpferderasse. Der Kernbestand der Wildpferdeherde wurde über die Jahrhunderte immer wieder durch Hauspferde ergänzt und in den letzten beiden Jahrhunderten wird er durch die Herzöge von Croy auch gezielt züchterisch bearbeitet. Das heutige Hauptzuchtgebiet der Dülmener, das Wildbahngestüt im westfälischen Mehrfelder Bruch, ähnelt dem Radenbachtal in der Lüneburger Heide mit einer Mischung aus Wald und Grünland bei z.T. feuchten Bodenverhältnissen und subatlantischem Klima. Die Dülmener Pferde leben dort seit Jahrhunderten ganzjährig im Freien auf sehr großen Koppeln.

 

Der Gesamtbestand des Dülmener Pferdes ist klein. Die Dülmener sind als bedrohte Haustierrasse von der EU anerkannt und werden in der "Roten Liste der bedrohten Haustierrassen" geführt. Dort wird der Bestand mit 290 Tieren, davon 250 in Dülmen angegeben. Das Dülmener Pferd ist ein Pony mit einem Stockmaß um 130 cm (Zuchtziel der IG Dülmener) bei einer Streuung von ca. 120 bis 140 cm. Widerstandsfähigkeit, Gesundheit und Umgänglichkeit sind weitere Zuchtziele, die auch in zahlreichen Veranstaltungen und Vorstellungen der IG Dülmener unter Beweis gestellt werden.

 

Die Dülmener Herde des VNP dient im Schwerpunkt der Erhaltung und Entwicklung des Radenbachtals und des Feuchtgrünlandes bei Wilsede nach den Zielen des Naturschutzes. Daneben kommt der Herde inzwischen eine große Bedeutung als "Publikumsmagnet" und Attraktion zu. Von Anfang an wurde das Herdenmanagement, insbesondere die Auswahl der Zuchttiere auch darauf abgestellt, eine lebende "Genreserve" einer alten Haustierrasse zu erhalten.

 

Alle Dülmener werden ganzjährig im Freien gehalten. Auf einigen Koppeln stehen zwar einfache Unterstände zur Verfügung. In den letzten Jahren haben die Pferde diese jedoch kaum aufgesucht. Sie wechseln stattdessen regelmäßig zwischen den offenen Grünlandflächen und den dichter bewaldeten Partien des Projektgebietes, in denen sie auch bei schlechterem Wetter Schutz suchen. Die Pferde suchen sich i.d.R. ganzjährig ihr Futter selbst. Bei geringeren Schneelagen haben die Pferde auch im Winter kein Problem durch Scharren mit den Vorderhufen, verdecktes Futter freizulegen und zu nutzen.

 

Weitere Informationen zur Großvieh-Beweidung im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide finden Sie auch unter www.verein-naturschutzpark.de